200 Leichensäcke standen auf ihrer Einkaufsliste

Rechtsextremistische Gruppe plante terroristischen Angriff

Rechtsextreme Gruppe hatte einen Angriff geplant.
Rechtsextreme planten Angriffe auf politische Gegner.
dpa, Bernd Settnik

Bundestag erhielt Material-Liste der Rechtsextremisten

Eine rechtsextremistische Gruppe in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg plante einen Angriff auf politische Gegner und wollten dafür rund 200 Leichensäcke und Ätzkalk bestellen.

Bundesanwaltschaft ermittelt seit August 2017 gegen "Nordkreuz"

Das erfuhr das Redaktionsnetzwerk Deutschland aus Kreisen des Bundesamtes für Verfassungsschutz. Der Bundestag bekam demnach vom Inlandsnachrichtendienst vor einigen Wochen eine entsprechende Einkaufsliste der Rechtsextremisten - inklusive Bestelladressen, Kontakten und Wohnungsbeziehungen. Den Informationen zufolge gehörte die dreiseitige, handgeschriebene Material-Liste Mitgliedern der rechtsextremistischen Gruppe "Nordkreuz".

Die Bundesanwaltschaft ermittelt seit August 2017 gegen die Mitglieder dieser Gruppe. Grund: Verdacht der Vorbereitung einer terroristischen Straftat. Deshalb hatte sie beantragt, die Gruppe mehr unter die Lupe zu nehmen. "Nordkreuz" soll mehr als 30 sogenannte "Prepper" (Personen, die sich auf eine Katastrophe vorbereiten) haben, die über den Messenger-Dienst Telegram verbunden sind und sich auf den "Tag X" vorbereiten. Ihre Ziele: Zusammenbruch der staatlichen Ordnung durch eine Flüchtlingswelle oder islamistische Anschläge und politische Gegner zu beseitigen.

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Alle haben Waffen und jede Menge Munition

ARCHIV - Soldaten des Logistikbataillons 171 sind am 01.04.2011 zum Rückkehrerappell der Bundeswehr in der Clausewitz-Kaserne in Burg (Sachsen-Anhalt) angetreten. Foto: Jens Wolf/dpa (zu dpa «Bundeswehr und Polizei gegen Terror? Gewerkschaft: «Geht g
Die meisten Mitglieder sind aus dem Umfeld von Bundeswehr und Polizei,.
dpa, Jens Wolf

Die meisten Mitglieder aus der Chat-Gruppe sind aus dem Umfeld von Bundeswehr und Polizei, darunter sind mehrere ehemalige sowie ein aktives Mitglied des Spezialeinsatzkommandos des Landeskriminalamtes Mecklenburg-Vorpommern. Somit haben alle Mitglieder der Gruppe Zugang zu Waffen, sie verfügen über Zehntausende Schuss Munition und sind geübte Schützen.

Gegen drei der Männer ermittelt parallel die Staatsanwaltschaft Schwerin. Ihnen wird vorgeworfen, seit April 2012 illegal rund 10.000 Schuss Munition sowie eine Maschinenpistole aus Beständen des LKA abgezweigt zu haben.

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Beschuldigte bestreiten "Todeslisten"

Die Beschuldigten bestreiten, "Todeslisten" angelegt und Ermordungen geplant zu haben. In Sicherheitskreisen heißt es dagegen, die Vorbereitungen auf den "Tag X" seien mit "enormer Intensität" betrieben worden. Die "Prepper" hätten unter Zuhilfenahme von Dienstcomputern der Polizei knapp 25.000 Namen und Adressen zusammengetragen.

Dabei handele es sich in den allermeisten Fällen um Personen aus dem regionalen Umfeld der "Prepper", bevorzugt Lokalpolitiker von SPD, Grünen, Linken und CDU, die sich als "Flüchtlingsfreunde" zu erkennen gegeben und Flüchtlingsarbeit geleistet hätten.

Jedes Mitglied der Chat-Gruppe „Nordkreuz“ habe Dörfer und Gemeinden in seiner Umgebung systematisch nach möglichen Zielpersonen abgesucht. Die gesammelten Namen stammten überwiegend aus Mecklenburg-Vorpommern mit den Schwerpunkten Wismar, Ludwigslust und Schwerin sowie aus der Region Perleberg und Pritzwalk im Norden Brandenburgs.

Zahl der Rechtsextremen auf neuem Höchststand