2019 M03 15 - 12:04 Uhr

Vier Verdächtige festgenommen

Bei Angriffen auf zwei Moscheen in der neuseeländischen Stadt Christchurch hat es 49 Tote gegeben, mehr als 40 wurden verletzt. Ministerpräsidentin Ardern sprach von Terrorakten. Vier Verdächtige wurden festgenommen. Der Täter streamte die Tat auf Facebook. 

Hunderte Muslime waren in der Moschee

15.03.2019, Neuseeland, Christchurch: Dieses Bild aus dem Video des mutmasslichen Schützen, das am 15. März 2019, gedreht wurde, zeigt ihn während der Fahrt in einem Auto. Bei Angriffen auf zwei Moscheen in der neuseeländischen Stadt Christchurch sin
Der Angreifer heißt Brenton Tarrant, ist 28 Jahre alt.
© dpa, Tätervideo, kno

Nach Augenzeugenberichten stürmte der Angreifer gegen 13.45 Uhr Ortszeit (1.45 Uhr MEZ) in die Al Noor Moschee an der Deans Avenue und eröffnete das Feuer auf rund 300 Gläubige. Der Schütze soll auch auf Kinder geschosse haben. Später fielen auch noch in einer anderen Moschee Schüsse. 

Der Täter wurde von der Polizei inzwischen als Branton Tarrant identifiziert, ein 28 Jahre alter rechtsextremistischer Australier. Er hat laut Zeugen Tarnkleidung, einen Helm und eine schusssichere Weste getragen hat. Die Tat hat er mit einer Helmkamera gefilmt und auf Facebook gestreamt. 

Zeuge: "Es fielen mindestens 50 Schüsse"

15.03.2019, Neuseeland, Christchurch: Das Videostandbild aus einem von einem Attentäter selbst aufgenommenen und über das Internet verbreiteten Video, zeigt den Attentäter beim Betreten einer Moschee kurz bevor er das Feuer eröffnet. Bei Angriffen au
Der Schütze ist mit einer automatischen Waffe in die Moschee gelaufen.
© dpa, -, kno

Einer der überlebenden Gläubigen, Mohan Ibrahim, berichtete der Zeitung "New Zealand Herald" von einem "Schockmoment". "Dann haben alle Leute angefangen davonzulaufen." Ein anderer Zeuge, Ahmad Al-Mahmoud, sagte: "Es fielen mindestens 50 Schüsse, sehr schnell hintereinander. Können auch Hunderte gewesen sein." Nach der Tat sperrte die Polizei das Gelände um die Moschee weiträumig ab.

Polizei nimmt drei Männer und eine Frau fest

15.03.2019, Neuseeland, Christchurch: Menschen stehen nach Schüssen vor der Masjid Al Noor Moschee. Bei Angriffen auf zwei Moscheen in der neuseeländischen Stadt Christchurch sind am Freitag mehrere Menschen getötet worden. Foto: Martin Hunter/SNPA/d
In der Moschee sollen rund 300 Gläubige gewesen sein.
© dpa, Martin Hunter, da bra lof

Die Polizei nahm insgesamt vier Verdächtige fest: drei Männer und eine Frau. Auf einem Video ist zu sehen, wie mehrere bewaffnete Beamte einen Mann aus einem weißen Auto ziehen, das zuvor offensichtlich gerammt wurde. Nach Angaben von Polizeisprecher Mike Bush wurden an mehreren Autos Sprengsätze entdeckt.

Jacinda Ardern spricht von "dunkelsten Tagen"

15.03.2019, Neuseeland, Wellington: Premierministerin Jacinda Ardern spricht auf einer Pressekonferenz. Bei Angriffen auf zwei Moscheen voller Menschen, die an Freitagsgebeten teilnahmen, sind mehrere Menschen getötet worden. Foto: Boris Jancic/AAP/d
Jacinda Ardern verurteilt die Tat und spricht den Opfern ihr Beileid aus.
© dpa, Boris Jancic, ss htf

Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern verurteilte den Angriff aufs Schärfste. In einer kurzen Stellungnahme sprach die Politikerin von einem der "dunkelsten Tage" in der Geschichte ihres Landes. Für so etwas gebe es "keinen Platz in Neuseeland". Zugleich sprach sie den Angehörigen der Opfer ihr Beileid aus. "Neuseeland ist deren Heimat. Sie hätten sich hier sicher fühlen sollen."

In Neuseeland ist nur eine kleine Minderheit der Bevölkerung muslimischen Glaubens. Insgesamt gibt es dort etwa 50.000 Muslime, viele davon Einwanderer aus Staaten wie Pakistan oder Bangladesch.