Baustelle in Grünheide steht still

Rechnung nicht bezahlt: Versorger dreht Tesla das Wasser ab

16. Oktober 2020 - 10:32 Uhr

Baustelle von Tesla trocken gelegt

Wenn sie einmal fertig ist, dann soll die geplante Fabrik von US-Elektroautobauer Tesla in Grünheide nahe Berlin rund 1,4 Millionen Kubikmeter Wasser im Jahr verbrauchen. Die Vorbereitungen für die Leitungen sind bereits in vollem Gang. Im Moment aber fließt kein einziger Tropfen auf der Großbaustelle, denn Tesla hat die Rechnung nicht bezahlt.

"Da wird Tesla nicht anders behandelt als andere"

Der Wasserverband Strausberg-Erkner habe deshalb das Wasser abgestellt, sagte Verbandssprecherin Sandra Ponesky. Das Unternehmen sei mehrfach gemahnt worden mit Androhung einer Sperrung. Die Frist von 14 Tagen sei abgelaufen. "Da wird Tesla nicht anders behandelt als andere", sagte die Sprecherin. Wenn das Geld eintreffe, werde das Wasser wieder angestellt. Tesla äußerte sich zunächst nicht dazu.

Das vorläufige Abschneiden vom Wasser kommt für den US-Autobauer zur Unzeit: Die Bauarbeiten sind in vollem Gang. Vom kommenden Sommer an will Tesla in Grünheide im Landkreis Oder-Spree Elektroautos herstellen. In einer ersten Stufe sind 500.000 Elektroautos im Jahr und rund 12.000 Beschäftigte geplant. Die Tesla Manufacturing Brandenburg SE hatte erst kürzlich den Vertrag zur Wassererschließung unterzeichnet. Dabei geht es allerdings um die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung für die erste Ausbaustufe. Derzeit erhält Tesla das Wasser aus einem vorläufigen Anschluss über Standrohre.

Die umweltrechtliche Genehmigung für das Projekt durch das Land Brandenburg steht noch aus. Tesla baut bereits mit vorläufigen Genehmigungen für einzelne Bauschritte. Umweltschützer und Anwohner warnen davor, dass die Versorgung mit Trinkwasser Schaden nimmt und ein nahes Naturschutzgebiet von der Fabrik betroffen ist.