Reaktionen auf Gaddafis Tod

Bundeskanzlerin Angela Merkel
Angela Merkel sagte zum Tod des Ex-Diktators: ""Damit geht ein blutiger Krieg zu Ende, den Gaddafi gegen sein eigenes Volk geführt hat."
dpa, Herbert Knosowski

Merkel: "Dieser Tag setzt einen Schlusspunkt "

Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht Libyen nach dem Tod von Ex-Machthaber Muammar al-Gaddafi vor einem Neuanfang. "Dieser Tag setzt einen Schlusspunkt unter das Regime Gaddafi", sagte sie. "Damit geht ein blutiger Krieg zu Ende, den Gaddafi gegen sein eigenes Volk geführt hat. Der Weg ist nun endgültig frei für einen politischen Neuanfang in Frieden." Deutschland sei darüber "sehr froh".

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) sagte, er hoffe, "dass die Menschen in Libyen nach Jahrzehnten der Diktatur ein neues demokratisches Kapitel aufschlagen können". Gaddafi habe als Diktator "die Menschenrechte missachtet und einen blutigen Krieg gegen das eigene Volk geführt".

US-Präsident Barack Obama bezeichnete den Tod des Ex-Diktators als "Ende eines langen und schmerzhaften Kapitels". Das libysche Volk habe nun die Chance, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, sagte er. Die Libyer hätten aber auch eine "große Verantwortung", eine Regierung zu schaffen, die alle gesellschaftlichen Gruppen einschließe.

In einer Erklärung von EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso heißt es: "Heute kann Libyen eine neue Seite in seiner Geschichte aufschlagen und eine neue demokratische Zukunft beginnen."

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy rief zu Versöhnung und Einheit in Libyen auf. "Der Tod von Muammar al-Gaddafi ist eine wichtige Etappe bei dem seit acht Monaten geführten Kampf des libyschen Volkes zur Befreiung von dem diktatorischen und gewalttätigen Regime", heißt es in einer Erklärung. Es gelte jetzt, ein demokratisches System in dem nordafrikanischen Land aufzubauen, in dem alle Bewohner ihren Platz fänden und die fundamentalen Rechte gesichert seien. "Für das libysche Volk öffnet sich ein neues Kapitel, das der Versöhnung in Einheit und Freiheit."

Der britische Premierminister David Cameron hat dem libyschen Volk weiter Unterstützung zugesagt. Die Menschen in Libyen hätten nun eine noch größere Chance, sich eine Zukunft aufzubauen, sagte Cameron. Dabei werde man mit ihnen zusammenarbeiten und sie unterstützen. "Ich bin stolz auf die Rolle, die Großbritannien dabei gespielt hat", sagte er zum Sturz des Gaddafi-Regimes allgemein.

Russlands Regierungschef Dmitri Medwedew forderte die Vertreter des Übergangsrates und der verschiedenen Stämme zu einer Einigung über die künftige Regierung auf. "Libyen muss ein moderner demokratischer Staat werden", sagte Medwedew am Donnerstag bei einem Treffen mit dem niederländischen

US-Außenministerin Hillary Clinton erreichte die Nachricht in der afghanischen Hauptstadt Kabul auf ihrem Handy. Ihr knapper Kommentar lautete: "Wow."