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Re-Infektion mit Coronavirus möglich: Prof. Hendrik Streeck erklärt, was das für uns bedeutet

„Eine zweite Infektion kann in seltenen Fällen stattfinden"

Zum zweiten Mal mit Corona infiziert - das sagt Virologe Streeck dazu

ARCHIV - 30.03.2020, Nordrhein-Westfalen, Bonn: Hendrik Streeck, Direktor des Institut für Virologie an der Uniklinik in Bonn, steht in einem Labor seines Institutes. Streeck kann im Verlauf der Corona-Pandemie in Deutschland derzeit noch keine zweit
Bonner Virologe Prof. Hendrik Streeck
fg gfh tba, dpa, Federico Gambarini

Sind wir doch nicht immun gegen Corona?

In Hongkong hat ein Forscherteam angeblich den weltweit ersten Covid-19-Patienten identifiziert, der sich bereits zum zweiten Mal mit dem Virus angesteckt hat. Gibt es also doch keine Herdenimmunität? Virologe Prof. Hendrik Streeck ordnet ein.

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Mann steckte sich viereinhalb Monate später wieder an

Wie das Team in einer Pressemitteilung bekanntgibt, handele es sich bei dem ersten Fall einer Re-Infektion bei einem Menschen um einen "augenscheinlich gesunden jungen Patienten", der sich viereinhalb Monate nach seiner ersten Covid-19-Infektion bei einem Aufenthalt in Spanien erneut ansteckte.

„Man konnte das nachweisen an den Sequenzen des Virus, also der Aufbau des Virus war genetisch geringfügig anders. Der Verlauf des Patienten ist eigentlich textbuchmäßig für die Immunologie.“ so Prof Streeck. Wie sich beim Vergleich der Virusgenome zeigte, gab es 24 unterschiedliche Nukleotide. Bei neun Proteinen wurden Unterschiede zwischen der ersten und der zweiten Infektion mit dem Virus gefunden.

Wie kann das sein?

„Die Immunantworten haben sich beim ersten Mal aufgebaut und sind dann wieder merklich nach unten gegangen. Aber es waren noch genug Immunantworten da, als die zweite Infektion passiert ist, dass man den schweren Verlauf bei der Infektion herabsetzen konnte und der Patient die Infektion eigentlich nicht gemerkt hat.“ erklärt Prof. Streeck weiter.

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Was bedeutet das für uns?

„Eine zweite Infektion kann in seltenen Fällen stattfinden, aber es ist immernoch eine Teilimmunität vorhanden, sodass die zweite Infektion eher sehr mild verläuft im Vergleich zur ersten Infektion.“ erklärt Prof. Streeck.

Das bedeutet, dass auch Patienten, die bereits eine Corona-Infektion hinter sich haben, sich an die Hygiene- und Abstandsregeln halten müssen. Im Falle der Entwicklung eines Impfstoffes sollten sie sich impfen lassen, um eine erneute Ansteckung zu verhindern.