Achtelfinale der Champions League

Timo Werner ärgert Tottenham und José Mourinho

© Getty Images, Bongarts, DAVO

20. Februar 2020 - 15:59 Uhr

"Rote Bullen" überrennen Spurs

RB Leipzig hat das erste Champions-League-K.o.-Spiel seiner Clubgeschichte mit einer beeindruckenden Offensiv-Leistung gewonnen. Die "Roten Bullen" siegten im Achtelfinal-Hinspiel bei Tottenham Hotspur mit Star-Trainer José Mourinho 1:0 (0:0). Torschütze des Abends war Timo Werner.

Tottenham ohne Star-Stürmer

Damit hat RB die Tür zum Viertelfinale einen großen Spalt geöffnet. Teilweise spielte Leipzig mit dem letztjährigen Champions-League-Finalisten Katz und Maus. Einziges Manko zunächst: die nicht vorhandene Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor. Am Ende halfen die Gastgeber kräftig mit. Nationalspieler Werner schoss Leipzig per Foulelfmeter zum Sieg (58.).

"Unser Matchplan ist voll aufgegangen. Wir haben hinten Tottenhams lange Bälle und Flanken weg verteidigt und nach vorne sehr guten Fußball gespielt. Wir waren überrascht, dass wir so viel Ballbesitz hatten, haben daraus aber viele Chancen gemacht", analysierte Werner im Sky-Interview den Coup seiner Mannschaft: "Beim Elfmeter habe ich alles reingehauen, als ob es mein letzter Schuss in diesem Spiel wäre."

Tottenham-Coach Mourinho hatte schon vor dem Spiel große Personalsorgen. Er musste ein Team ohne die Topstürmer Harry Kane und Heung-Min Son (zusammen 33 Tore in dieser Spielzeit) zusammenstellen. Entsprechend defensiv agierten die Spurs. Auch sein Gegenüber Julian Nagelsmann, jüngster Trainer in einem CL-Achtelfinale (32), musste umbauen und den gesperrten Abwehrmann Dayot Upamecano ersetzen. Dafür war Torgarant Werner im ersten Aufeinandertreffen der beiden Teams dabei.

Tottenham - Leipzig im Spielfilm

1. - 2. Nicht einmal 30 Sekunden dauert es, bis die Gäste aus Sachsen die erste Großchance auf dem Konto haben. Leipzig legt los wie Bullen auf zu viel Energydrinks und erarbeitet sich drei Chancen innerhalb der ersten zwei Minuten. Erst Patrik Schick, dann Timo Werner und Angelino scheitern, bei Letzterem muss sogar der Pfosten für die Spurs retten.

7. Tottenham meldet sich offiziell im Spiel an. Steven Bergwijn zieht im Strafraum ab, Keeper Peter Gulasci lässt prallen und Dele Alli kugelt das Leder ins Toraus.

17. Der eingesprungene Köpfer von Schick nach einer Ecke landet knapp neben dem Kasten.

35. Dicke Chance für Werner! Der Nationalspieler wird freigespielt, steht komplett allein vor Hugo Lloris und schießt den Tottenham-Keeper an.

45. Leipzig dominiert die erste Halbzeit mit 13:3 Torschüssen – belohnt sich aber nicht.

Werner trifft per Elfmeter

48. Siehe da, auch Tottenham spielt auf einmal mit: Lucas Moura verwertet eine Hereingabe in den Sechzehner. Gulasci klärt in höchster Not.

55. Konrad Laimer wird im Strafraum umgenietet. Klarer Elfer für RB: Werner tritt an und versenkt die Kugel eiskalt. Verdiente Führung!

62. Schick hat die nächste "Hundertprozentige" auf dem Fuß. Wieder ist Lloris mit einer Parade zur Stelle.

73. Freistoß aus gut 20 Metern. Lo Celso zwirbelt den Ball ins lange Eck. Gulasci macht sich so lang, wie es geht und lenkt die Kugel an den Außenpfosten. Die Zuschauer sind wieder da.

86. Tottenham wittert die Chance auf den Ausgleich. Erneut entschärft Gulasci einen Freistoß, diesmal von Erik Lamela.

89. Jetzt zittert Leipzig: Moura kommt frei zum Kopfball. Drüber!

90.+5. Referee Cüneyt Cakir pfeift ab. Leipzig gewinnt in London.

Das entscheidende Rückspiel findet am 10. März in Leipzig statt.

Bergamo schießt Valencia ab

Im zweiten Spiel des Abends bezwang Atalanta Bergamo mit dem deutschen Kicker Robin Gosens den FC Valencia mit 4:1 (2:0). Die Tore des Abends erzielten Hans Hateboer (16./63.), Josip Ilicic (42.), Remo Freuler (57.) und Denis Cheryshev (66./Valencia).