Razzia verraten - Ermittler suchen internes Leck

14. Februar 2016 - 10:40 Uhr

Eine undichte Stelle bei der Polizei hat eine Razzia gegen Linksextreme in Sachsen behindert. Verdächtige seien gewarnt worden, sagte ein Sprecher der Dresdener Staatsanwaltschaft und bestätigte damit einen Bericht der 'Sächsischen Zeitung'. Nun werde wegen Verletzung von Dienstgeheimnissen ermittelt. "Wie weit der Kreis zu ziehen ist, ist derzeit noch nicht abzuschätzen."

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft waren rund 400 Beamte an der Razzia vor zwei Wochen beteiligt gewesen, doppelt so viele dürften davon gewusst haben. Schon am Tag der Durchsuchung sei entschieden worden, Ermittlungen einzuleiten, sagte der Sprecher. Bei der Aktion waren 20 Wohnungen und Geschäftsräume in Sachsen und Brandenburg durchsucht worden. Bewohner eines Hauses in Dresden waren aber vermutlich gewarnt worden: Ermittler beobachteten noch vor dem Eintreffen der Polizei eine rege Betriebsamkeit in dem Gebäude. Die Durchsuchung wurde daraufhin abgeblasen. Anlass der Razzia waren Ermittlungen wegen Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung sowie Angriffe auf Angehörige der rechten Szene. Beschuldigt werden 16 Männer und eine Frau zwischen 20 und 33 Jahren.