Razzia in fünf Bundesländern: Innenminister verbieten Rockerclubs

03. Juli 2013 - 15:45 Uhr

Kräfte der Bundespolizei und der GSG 9 im Einsatz

Einsatz gegen Rockerclubs: Kräfte der Bundespolizei und der GSG 9 haben fast 100 Wohnungen und Vereinsheime von gerade verbotenen Rockergruppen in Brandenburg, Berlin, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen durchsucht. Vorausgegangen war ein Verbot der Rockergruppe 'Regionalverband Gremium Motorcycle Club (MC) Sachsen' durch das Bundesinnenministerium.

Razzia Minister verbieten Rockerclubs
Bundesinnenminister Friedrich (CSU) hat die Rockergruppe 'Regionalverband Gremium Motorcycle Club (MC) Sachsen' verboten.
© dpa, Patrick Pleul

Der Verein sei verboten worden, weil von ihm eine schwerwiegende Gefährdung für individuelle Rechtsgüter und die Allgemeinheit ausgehe. "Von dem Verein geht eine schwerwiegende Gefährdung des Rechtsordnung und der öffentlichen Sicherheit aus", erklärte Brandenburgs Innenminister Dietmar Woidke (SPD). Die Rockergruppierung versuche, ihre regionale Vormachtstellung in Brandenburg auszubauen und die Einflussgebiete konkurrierender Gruppierungen zu dezimieren.

Das Verbot sei in Abstimmung mit den Innenministern von Brandenburg und Sachsen erfolgt. Es gehe auch um ein versuchtes Tötungsdelikt im brandenburgischen Königs Wusterhausen, wo bei einem angeblichen Racheakt gegen den Rivalen 'Hells Angels' 2011 ein unbeteiligter Jugendlicher getötet wurde. Den beiden jetzt verbotenen Vereinen in Brandenburg gehören laut brandenburgischem Innenministerium mindestens 31 Mitglieder an.

Kein Ende der Rockerkriminalität im Norden

Bei den Einsätzen durchsuchten etwa 1.000 Polizisten fast 100 Objekte. Im Einsatz waren auch Kräfte der Bundespolizei und der GSG 9. Durchsuchungen gab es auch in Vereinsheimen in Dresden und Chemnitz. Bei den Aktionen in insgesamt fünf Bundesländern gab es nach seinen Worten keine einzige Festnahme. "Es geht darum, eine Struktur zu zerstören" erläuterte Hans-Peter Friedrich (CSU).

Doch von einem Ende der Rockerkriminalität im Norden könne keine Rede sein, teilte das Landeskriminalamt in Hannover mit. Man sei definitiv auf der Hut und habe einen Blick auf die 'Hells Angels' und andere Rockergruppen. Es habe sich nicht viel verändert.

Ohne das Deckmäntelchen ihres Clubs falle den Beteiligten allerdings ihre verharmlosende Eigenwerbung schwieriger, sagte GDP-Landesvize Jörg Mildahn. Doch ohne öffentliche Veranstaltungen, bei denen die Rocker zusammenkommen, wird deren Beobachtung auch für die Polizei schwieriger.