Razzia in Franken verhindert womöglich rechtsextremen Anschlag

23. Oktober 2015 - 11:00 Uhr

Razzia gegen rechtsextreme Gruppierung - drei Festnahmen

Mit der Razzia gegen eine rechtsextreme Gruppierung in Franken haben die Ermittler möglicherweise einen Anschlag verhindert. Es gebe Hinweise darauf, dass damit "weitere Straftaten oder Anschläge verhindert worden sein könnten", sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) beim Besuch der Rückführungseinrichtung für Balkan-Flüchtlinge in Bamberg. Bei der Razzia waren zahlreiche Objekte in Ober- und Mittelfranken durchsucht worden. Drei Mitglieder der Gruppierung waren bei der Razzia verhaftet worden.

Razzia in Franken verhindert womöglich rechtsextremen Anschlag
Ein Polizist betritt im Zuge der Razzia ein Gebäude in Bamberg.
© dpa, Christian Herse

Gegen die Täter bestehe unter anderem der Verdacht, eine kriminelle Vereinigung gebildet zu haben, gab Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bekannt. Der Bayerische Rundfunk (BR) berichtete, die Männer hätten kiloweise Feuerwerkskörper aus Osteuropa bestellt. Die Polizei habe den Pyrotechnik-Sprengstoff aber abgefangen. Bei der Razzia, an der nach Angaben Herrmanns unter anderem fast 90 Polizeibeamte beteiligt waren, wurden auch eine Schusswaffe sowie weitere gefährliche Gegenstände sichergestellt.

Die SPD-Fraktion im Landtag reagierte besorgt. Der Sprengstoff sei ein weiteres Indiz für die steigende Gewaltbereitschaft der rechtsextremen Szene in Bayern, sagte der Abgeordnete Florian Ritter. Es sei überfällig, insbesondere die Gruppen 'Die Rechte' und 'Der Dritte Weg' neu zu bewerten und gegebenenfalls Verbotsverfahren zu starten.