Razzia gegen 'Reichsbürger': Rechte Gruppe plante Anschläge - Waffen & Sprengstoff gefunden

27. Januar 2017 - 11:06 Uhr

Die Männer sollen eine terroristische Vereinigung gebildet haben

Der Verdacht wiegt schwer: Eine rechtsextreme Gruppe plante offenbar seit fast einem Jahr Anschläge. Jetzt gab es eine Razzia, bei der zwölf Wohnungen in mehreren Bundesländern durchsucht wurden. Die Ermittler fanden auch Waffen, Munition und Sprengstoff. Die Bundesanwaltschaft ermittelt gegen mehrere Rechtsextreme. "Unsere Sicherheitsbehörden stellen fest, dass sich rechtsextreme Gruppen organisatorisch immer enger zusammenschließen", sagte indes Justizminister Heiko Maas.

Die Razzien richteten sich gegen sechs Rechtsextreme, die eine terroristische Vereinigung gebildet haben soll. Die Männer standen über soziale Medien miteinander in Kontakt und bezeichneten sich gegenseitig als "keltische Druiden", wie Sicherheitskreise bestätigten. Die Gruppe plante offenbar seit Frühjahr 2016 Anschläge auf Polizisten, Asylbewerber und Juden. Kopf der Vereinigung ist offenbar ein sogenannter 'Reichsbürger' aus Schwetzingen bei Heidelberg. Der 62-Jährige wurde festgenommen. Einem weiteren Mann wird vorgeworfen, die anderen sechs unterstützt und ihnen bei der Beschaffung von Munition und Waffen geholfen zu haben.

Hinweise auf konkrete Anschlagspläne gibt es bisher nicht

'Reichsbürger' behaupten, das Deutsche Reich bestehe bis heute fort. Die Gruppierung wird vom Verfassungsschutz beobachtet, weil ihre Mitglieder immer wieder durch Straftaten auffallen. Deutschlandweit gibt es mehrere tausend Anhänger der Ideologie, die die Bundesrepublik nicht anerkennt.

In Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt durchsuchten die Ermittler die Wohnungen der Verdächtigen und weitere Räume. Sie sind auf der Suche nach Beweisen für geplante Anschläge oder anderen Straftaten. Bisher gibt es keine Erkenntnisse zu konkreten Anschlagsplänen.

In Berlin-Moabit wurde ein weiterer Mann während der Razzia verhaftet. Er wurde wegen eines öffentlichen Aufrufs zu Straftaten mit einem Haftbefehl gesucht. Ob er einer der Männer ist, gegen die ermittelt wurde, ist unklar. Um die laufenden Ermittlungen nicht zu gefährden, wurden keine weiteren Details bekannt gegeben.