Organisierte Kriminalität

Razzia gegen 'Ndrangheta: Ermittler verhaften Mafia-Mitglieder

05. Dezember 2018 - 10:10 Uhr

Die Fahnder schlugen in mehreren Ländern zu

Es gab Einsätze in Nordrhein-Westfalen und in Bayern: Ermittlern ist ein großer Schlag gegen die italienische Mafia gelungen. Sie schlugen in mehreren Ländern gleichzeitig zu und stürmten Pizzerien und Eiscafés. Nach Angaben der italienischen Polizei wurden 90 Verdächtige verhaftet. Ihnen wird Drogenhandel, Geldwäsche und die Zugehörigkeit zu einer Mafiaorganisation vorgeworfen.

Die Razzia läuft noch

Die Razzia wurde in Deutschland, Italien, den Niederlanden, Belgien und mehreren Ländern in Südamerika durchgeführt. Ziel war die italienische Mafiaorganisation 'Ndrangheta. Die Polizei konnte mehrere mutmaßliche Mafia-Mitglieder festnehmen. Der Schwerpunkt liege in NRW, sagte eine BKA-Sprecherin. Laut "Bild.de" wurden bundesweit mehr als 100 Objekte durchsucht, viele davon im Rheinland und im Ruhrgebiet. Laut Bundeskriminalamt ist die Aktion noch in vollem Gange.

Die Europäische Justizbehörde Eurojust koordiniert die internationale Aktion. Sie will am Mittag in Den Haag über die Ermittlungen informieren. Das BKA gibt erst am Nachmittag weitere Details bekannt. Wie viele Verdächtige festgenommen wurden und wo genau die Durchsuchungen stattfanden, ist noch unklar. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa gab es auch in Südamerika Einsätze.

Die 'Ndrangheta aus Kalabrien ist berüchtigt

Die kalabrische 'Ndrangheta gilt inzwischen als die mächtigste italienische Mafia-Organisation. Sie dominiert den Drogenschmuggel nach Europa und ist auch in Deutschland aktiv. Die Mafia-Morde von Duisburg im Jahr 2007 gehen beispielsweise auf ihr Konto.