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Razzia gegen Islamisten: Polizei nimmt Terrorverdächtige im Raum Köln fest

Razzia gegen Islamisten: Polizei nimmt Terrorverdächtige im Raum Köln fest

Festgenommene sollen Islamisten in Syrien unterstützt haben

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat ein 'dschihadistisches Unterstützernetzwerk' aufgedeckt und neun mutmaßliche Islamisten festgenommen. Sie stammen aus Köln und Umgebung und sind zwischen 22 und 58 Jahre alt, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Razzia gegen Islamisten: Polizei nimmt Terrorverdächtige im Raum Köln fest
Die Kölner Polizei ermittelte seit Mai 2013 verdeckt gegen Salafisten.
dpa, Boris Roessler

Bei der Großrazzia wurden insgesamt fast 40 Wohnungen durchsucht. 240 Polizisten waren im Einsatz. Den Festgenommenen wird die Vorbereitung einer "schweren staatsgefährdenden Straftat" vorgeworfen. Sie sollen reihenweise in Schulen und Kirchen eingebrochen sein und mit dem Geld, das sie erbeuteten, islamistische Kämpfer in Syrien unterstützt haben. Die Einbrüche sollen sie alle im Kölner Raum begangen haben.

NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) wertete den Einsatz als Erfolg: "Die Festnahmen und Durchsuchungen beweisen, dass die Sicherheitsbehörden wachsam sind und sämtliche Möglichkeiten zur Bekämpfung extremistischer Salafisten nutzen."

Männer seit 2013 im Visier der Polizei

Gegen zwei Verdächtige geht die Bundesanwaltschaft vor. Sie sollen IS-Milizen und in Deutschland Kämpfer angeworben haben. Der eine ist ein 58-jähriger pakistanischer, der andere ein 31 Jahre alter deutscher Staatsbürger. Der Pakistaner soll zwei Kämpfer aus Deutschland nach Syrien geschleust haben. Außerdem soll er den Terrormilizen 3.200 Euro und ein Transportfahrzeug beschafft haben. Der Deutsche soll mindestens drei Männer aus Deutschland dazu gebracht haben, sich dem Dschihad in Syrien anzuschließen.

Nach Angaben des Innenministeriums ermittelte die Kölner Polizei seit Mai 2013 verdeckt gegen Salafisten. Demnach geht es um 44 Beschuldigte, überwiegend deutsche Staatsangehörige mit Migrationshintergrund. Die meisten stammen aus Nordrhein-Westfalen, andere aus Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Bayern. Einige Beschuldigte aus dem "radikalen salafistischen Spektrum" stehen nach Angaben der Kölner Staatsanwaltschaft im Verdacht, gefälschte Pässe und Geld für Dschihad-Kämpfer beschafft zu haben. Ulf Willuhn von der Staatsanwaltschaft Köln betonte, dass es "keinen Verdacht gibt, dass im Inland ein Anschlagsgeschehen vorbereitet wurde."