Neuköllns Bezirksbürgermeister lobt Großeinsatz gegen organisierte Kriminalität

Razzia gegen Clans in Berlin: „Gelebte Null-Toleranz-Strategie“

28. März 2019 - 17:32 Uhr

Polizei, Zoll, Ordnungsamt und Jugendschutz schlagen zu

"Gelebte Null-Toleranz-Strategie" gegen Clan-Kriminalität - das ist das Motto unter dem laut Bezirksbürgermeister Martin Hikel eine nächtliche Großrazzia in Berlin-Neuköln gestanden hat. Bei Razzien in Shisha-Bars griffen Polizisten, das Ordnungsamt, der Zoll und der Jugendschutz zu. In den durchsuchten Lokalen im Bereich der Sonnenallee seien "alle Delikte von klein bis groß", geahndet worden, so Hikel. Im Video beschreibt er die Razzia gegen Clan-Familien näher und wir zeigen die Bilder des Großeinsatzes.

Bereits tagsüber Juweliere und Reisebüros überprüft

340 Polizeibeamte waren bei der nächtlichen Razzia nach Polizeiangaben im Einsatz. Bereits am Nachmittag wurden Reisebüros und Juweliere unter die Lupe genommen. Insgesamt überprüften die Ermittler nach Polizeiangaben 19 Lokale in Wedding und Neukölln. Im Facebook-Post, der weiter unten zu sehen ist, listet die Polizei unter Anderem ein direkt geschlossenes Lokal, eine Festnahme und Ermittlungsverfahren wegen verschiedenster Straftaten und Verstöße auf.

Neben Bezirksbürgermeister Hikel war auch Berlins Innensenator Andreas Geisel vor Ort. Die Politiker machten sich ein Bild von der Razzia, sprachen mit den Ermittlern über die Arbeit gegen die organisierte Kriminalität. "Wir haben zu lange weggeschaut. Dadurch haben sich Strukturen verfestigt, die den Rechtsstaat aushöhlen", erklärte Geisel am Rande der Razzia. Wie sich das jetzt ändern soll, das beschreibt der Innensenator im Video oben.

Bilanz der Polizei Berlin auf Facebook veröffentlicht

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Kritik an „PR-Termin“

Aus der Opposition im Berliner Abgeordnetenhaus gab es Kritik für den öffentlichkeitswirksamen Auftritt der Polizei mit über 350 Ermittlern. Als "zweifelhaften PR-Termin" bezeichnete der innenpolitische Sprecher der FDP-Fraktion Marcel Luthe die Razzia in der "Berliner Zeitung".

Ein Sprecher der Gewerkschaft der Polizei (GdP) pflichtete bei, der "polizeiliche Nutzen einer solchen Showveranstaltung" können in Frage gestellt werden. Clanfamilien gehe es allerdings um öffentliche Zurschaustellung, sagte GdP-Sprecher Thomas Spaniel der Zeitung. "Da scahdet es auf keinen Fall, ihnen auch öffentlich Grenzen aufzuzeigen."