Razzia in Frankfurt

Verdacht der Steuerhinterziehung beim DFB

07. Oktober 2020 - 20:15 Uhr

Razzia beim DFB

Wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung in besonders schweren Fällen hat die Staatsanwaltschaft Frankfurt/Main am Mittwoch die Geschäftsräume des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) sowie Privatwohnungen von DFB-Verantwortlichen durchsucht. Laut Medienberichten sollen darunter auch die Wohnhäuser von Ex-DFB-Präsident Reinhard Grindel in Rotenburg an der Wümme und Ex-DFB-Vize Reinhard Rauball in Herdecke gewesen sein.

An den Maßnahmen in Hessen, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz waren insgesamt rund 200 Beamte beteiligt, wie die Staatsanwaltschaft Frankfurt mitteilte. Dabei gehe es um Einnahmen aus der Bandenwerbung von Heimländerspielen der Fußball-Nationalmannschaft aus den Jahren 2014 und 2015.

Der DFB betonte in einer Presseerklärung aufgrund der Razzia, dass die Staatsanwaltschaft dem DFB im Rahmen der Durchsuchungen mitgeteilt habe, "dass sich die Ermittlungen auf den Verdacht von Steuerstraftaten beschränken".

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Verdacht: 4,7 Millionen an der Steuer vorbei

"Die wegen des Verdachts der fremdnützigen Hinterziehung von Körperschafts- und Gewerbesteuern in besonders schweren Fällen geführten Ermittlungen richten sich gegen sechs ehemalige bzw. gegenwärtige Verantwortliche des DFB", heißt es von der Staatsanwaltschaft. Die Betroffenen sollen Einnahmen aus der Bandenwerbung von Heimländerspielen der Fußball-Nationalmannschaft aus den Jahren 2014 und 2015 als Einnahmen aus der Vermögensverwaltung erklärt zu haben, damit der DFB einer Besteuerung in Höhe von etwa 4,7 Mio. EUR entging.

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Vorwurf: Manipulation bei Vergabe der Werbeflächen

Im Dezember soll der DFB die Rechte zur Vergabe der Werbeflächen an den Länderspiel-Orten bis 2018 an eine Schweizer Firma verpachtet haben. Diese Firma solle der DFB verpflichtet haben, "die Exklusivität des Generalsponsors und des Generalausrüsters der Nationalmannschaft zu berücksichtigen und keine Rechte an deren Konkurrenten zu vergeben." So soll der Deutsche Fußball Bund aktiv bei der Vergabe der Bandenwerbeflächen mitgewirkt haben.

Als eingetragener Verein gilt für den DFB Folgendes: Die Einnahmen aus dem Bereich der Vermögensverwaltungsteuer sind frei, die Einnahmen aus dem Bereich des wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs steuerpflichtig.