Verdacht der Steuerhinterziehung beim DFB

DFB-Boss Fritz Keller will Ermittlungen „allumfänglich unterstützen“

07. Oktober 2020 - 20:17 Uhr

Keller verspricht Kooperation

DFB-Präsident Fritz Keller will die Ermittlungen der Frankfurter Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung "allumfänglich unterstützen". Dies sagte der 63-Jährige am Mittwoch bei der Bundespressekonferenz in Berlin. Dort war er wegen der Initiative #MeineStimmeGegenHass der Deutschlandstiftung Integration per Video zugeschaltet.

"Saubere Zukunft" für den Fußball

Fritz Keller hat nach der Razzia beim DFB klar Stellung bezogen: "Ich bin für Aufklärung, um eine saubere Zukunft für den Fußball zu haben." Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat am Mittwoch die Geschäftsräume des Deutschen Fußball-Bundes sowie Privatwohnungen von DFB-Verantwortlichen durchsucht. An den Maßnahmen in Hessen, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz seien rund 200 Beamte beteiligt gewesen. Dabei gehe es um Einnahmen aus der Bandenwerbung von Heimländerspielen der Fußball-Nationalmannschaft aus den Jahren 2014 und 2015.

Der DFB betonte in einer Presseerklärung, dass die Staatsanwaltschaft dem DFB im Rahmen der Durchsuchungen mitgeteilt habe, "dass sich die Ermittlungen auf den Verdacht von Steuerstraftaten beschränken".

Experte erklärt: Das steckt hinter der DFB-Razzia

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Keller befürwortet staatliche Unterstützung bei Aufklärung von Missständen beim DFB

Keller ist seit September 2019 DFB-Boss und hatte vorher kein Spitzenamt beim größten Sportfachverband der Welt. Er sei vor einem Jahr angetreten mit einer Generalinventur, die im letzten Dezember eröffnet worden sei und eine vollumfängliche interne Aufklärung zu allen Vorgängen der letzten Jahre bis zurück in 2003 umfasse, erklärte der ehemalige Vereins-Boss des SC Freiburg. "Ich kann nur sagen, dass wir vollumfänglich kooperieren werden in der Angelegenheit."

Er sei angetreten "auch für eine Öffnung und für eine vollkommene Transparenz, und eigentlich kann ich eine staatliche Unterstützung in den Untersuchungen nur begrüßen", sagte Keller weiter und betonte, er müsse sich erst einmal einen Überblick verschaffen, Fachleute kontaktieren und bei der Staatsanwaltschaft nachfragen.

RTL.de/dpa