Razzia bei Wulff

10. Februar 2016 - 14:09 Uhr

"Herr Wulff war kooperativ"

Die Staatsanwaltschaft hat das Privathaus von Ex-Bundespräsident Christian Wulff durchsucht. Nach Angaben eines Sprechers der Staatsanwaltschaft Hannover waren an der Durchsuchung des Hauses in Großburgwedel neben einem Vertreter der Anklagebehörde fünf Beamte des niedersächsischen Landeskriminalamts beteiligt.

Es seien unter anderem Computer mit Festplatten beschlagnahmt worden. Die Aktion habe im Einvernehmen mit Wulff stattgefunden, weshalb ein förmlicher Durchsuchungsbeschluss nicht nötig gewesen sei. "Herr Wulff war kooperativ", sagte ein Sprecher der

Staatsanwaltschaft der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt gegen den 52-Jährigen wegen des Verdachts der Vorteilsannahme und Vorteilsgewährung, weil dieser sich als niedersächsischer Ministerpräsident auf Kosten des Filmunternehmers David Groenewold einen Kurzurlaub auf Sylt hatte bezahlen lassen. Allerdings hatte Wulff betont, er habe dem Unternehmer den Betrag in bar zurückerstattet. Eine von Groenewolds Firmen hatte

zuvor in Niedersachsen eine Landesbürgschaft erhalten.

Wulff hatte sein Amt Mitte Februar niedergelegt, nachdem er monatelang wegen eines umstrittenen Hauskredits und seinen Kontakten zu Unternehmerfreunden in der Kritik stand.