Razzia gegen tschetschenische Islamisten

Ermittler befürchten "schwere staatsgefährdende Gewalttat"

Blaulicht - Symbolbild
© dpa, Monika Skolimowska, skm;cse; fux rho

14. Januar 2020 - 11:53 Uhr

Durchsuchungen in Berlin, Brandenburg, Thüringen und NRW

Wegen des Verdachts auf Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat hat es am Dienstag in mehreren Bundesländern Durchsuchungen gegeben. Die Razzien richteten sich gegen "tschetschenischstämmige Beschuldigte aus dem islamistischen Milieu", schrieb die Generalstaatsanwaltschaft Berlin am Morgen auf Twitter. In Berlin, Brandenburg, Thüringen und Nordrhein-Westfalen gab es Durchsuchungen. Die Polizei erklärte auf Twitter, dass die Tatverdächtigen zwischen 23 und 28 Jahre alt sind. Sie sollen "Örtlichkeiten für einen etwaigen späteren islamistisch motivierten Anschlag ausgespäht" haben.

Ermittler durchsuchten Elternhaus von tatverdächtigem tschetschenischen Islamisten in Hagen

Nach Informationen von dpa-Reportern gab es in Berlin eine Durchsuchung in Marzahn-Hellersdorf im Erdgeschoss eines sechsgeschossigen Gebäudes. Laut "Bild"-Zeitung gab es zudem Durchsuchungen unter anderem in Seelow in Brandenburg. Im brandenburgischen Ludwigsfelde (Landkreises Teltow-Fläming) kam es demnach zu mindestens einer Festnahme. Eine Sprecherin des Landeskriminalamts Brandenburg wollte die Durchsuchungen nicht bestätigen und verwies auf die Berliner Behörden.

Im nordrhein-westfälischen Hagen haben nach RTL-Informationen in der Nacht auf Dienstag Durchsuchungen stattgefunden. Nach RTL-Informationen wohnen dort die Eltern eines 24-jährigen Russen tschetschenischer Herkunft, der Berlin festgenommenen wurde. Die Ermittler sollen unterf anderem einen Computer sichergestellt haben.

Tschetschenien gilt als Konfliktregion

Die Teilrepublik Tschetschenien im Nordkaukasus an der Grenze zu Georgien gilt seit Jahrzehnten als Konfliktregion. Nach langer Flucht vor Krieg und Terror leben heute ethnische Tschetschenen in aller Welt verstreut. Nach dem Zerfall der Sowjetunion verhinderte Moskau eine Abspaltung des Gebietes in zwei Kriegen mit Zehntausenden Toten. Terroristen trugen den Kampf immer wieder nach außen.