Weil sie aus dem Kreis Gütersloh kommt

Urlauberin Marion auf Usedom abgewiesen: "Ich kam mir vor wie eine Aussätzige"

25. Juni 2020 - 14:06 Uhr

"Ich hab die Welt nicht mehr verstanden"

Es sollte so schön werden: Rentnerin Marion Heidenfelder und ihre Schwägerin wollten einfach ein bisschen ihren Urlaub genießen. Ihr Ziel: die Ostseeinsel Usedom. Am Montag kamen sie auf der Urlaubsinsel an, doch beim Bezahlen der Ferienwohnung standen plötzlich Polizei und Gesundheitsamt vor ihnen. Die Aufforderung: Sie müssten Mecklenburg-Vorpommern sofort verlassen. Der Grund: Sie kämen aus dem Kreis Gütersloh, in dem wegen des Corona-Ausbruchs in der Fleischfabrik Tönnies ab sofort wieder so strenge Kontaktbeschränkungen wie im März gelten. Für die beiden Urlauberinnen ein Riesen-Schock: "Ich hab die Welt nicht mehr verstanden, ich kam mir vor als Aussätzige. Diskriminiert", erinnert sich Marion Heidenfelder. Die unglaubliche Geschichte und ob uns das im Urlaub auch blühen könnte, sehen Sie im Video.

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14 Urlauber auf Usedom abgewiesen

"Wir bedauern das sehr, dass wir jetzt Gäste als Urlaubsland nicht bei uns begrüßen können", erklärt Lars Schwarz, Präsident des Hotel- und Gaststättenverbandes Mecklenburg-Vorpommern. "Aber wir haben nun mal eine Landesverordnung, die das ganz klar regelt und in dieser Verordnung steht drin: Aus Risikogebieten dürfen keine Reisen vorgenommen werden."

Insgesamt 14 Urlauber wurden am Montag auf der Insel Usedom abgewiesen. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet warnte im Anschluss davor, Urlauber aus dem Kreis Gütersloh zu benachteiligen. "Die Botschaft an alle, die jetzt auf Gütersloh schauen: Es sind außerhalb der Beschäftigten in der Fleischindustrie so gut wie keine Fälle bisher bekannt", sagte der CDU-Politiker am Dienstagabend in der ARD.

Einreise nur mit negativem Corona-Test möglich

Ganz aussichtslos scheint ein Urlaub auch für Menschen aus dem Kreis Gütersloh aber nicht zu sein: Legen Urlauber bei ihrer Einreise ein negatives Corona-Testergebnis, das nicht älter als 48 Stunden ist, dürfen sie ihren Urlaub wie geplant antreten, erklärt Kurdirektor Thomas Heilmann. Und selbst, wenn man den Test nicht vorlegen kann, ist es laut Heilmann möglich, diesen nachträglich im örtlichen Krankenhaus zu machen und bis zum Testergebnis (meist 24 Stunden) in Hotel-Quarantäne zu bleiben.

Auch in Bayern soll eine Einreise mit einem negativen Testergebnis laut Ministerpräsident Laschet weiter möglich sein. Er kündigte an: "Wir tun alles, dass sie dieses Attest bekommen."

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