Rauchen in eigenen vier Wänden: Richter findet Kündigung gerechtfertigt

18. Februar 2015 - 20:01 Uhr

Kehrtwende in der Rechtsprechung

Das Rauchverbot ist ein seit langem diskutiertes Thema. Besonders das eingeführte Rauchverbot in Kneipen spaltet die Gesellschaft. Jetzt müssen Raucher auch beim Qualmen in den eigenen vier Wänden mit rechtlichen Problemen rechnen. Eine mögliche Kehrtwende in der Rechtsprechung.

Gericht: Rauchern kann Wohnung gekündigt werden
Ein Düsseldorfer Richter sieht Rauchen in eigenen vier Wänden kritisch.
© dpa, Fredrik Von Erichsen

Ein Düsseldorfer Richter hat die fristlose Kündigung der Mietwohnung eines starken Rauchers als gerechtfertigt eingestuft. Eine Klage dagegen habe kaum Erfolgschancen, befand der Richter des Amtsgerichts, Dr. Tobias Rundel, und lehnte Prozesskostenhilfe für den Raucher ab. Der Rentner (74), der seit 40 Jahren in seinem kleinen Apartment wohnt und von Beginn an dort raucht, wollte die Räumungsklage der Vermieterin nicht akzeptieren: "Von der Wohnung geht eine intensive, nicht hinnehmbare Geruchsbelästigung aus, die durch das starke Zigarettenrauchen verursacht wird", heißt es darin.

Der Richter gab der Vermieterin Recht: "Die veränderte gesellschaftliche Beurteilung und Erkenntnisse der Gefahren des Passivrauchens steht einer Fortschreibung frühere Auffassungen entgegen." Weiter hieß es: "Der Beklagte gesteht selbst ein, sein Rauchverhalten nicht geändert zu haben trotz der Abmahnungen. Er kann sich insoweit auch nicht im Hinblick auf eine sehr lange Mietzeit auf Gewohnheitsrecht berufen, weil dies den Gesundheitsinteressen der neu einziehenden Hausbewohner zuwiderliefe und zu ihren Lasten ginge."

Umfrage: 79% gegen Beschluss

In einer aktuellen Umfrage auf 'RTLaktuell.de' sprach sich eine deutliche Mehrheit dafür aus, dass Rauchen in Mietwohnungen erlaubt sein sollte, da dies in die Privatsphäre der Mieter falle. So stimmten 79,6 Prozent gegen die fristlose Kündigung einer Mietwohnung wegen zu starken Rauchens, 20,4 Prozent sprachen sich für die Vermieterseite aus.

Zwar ist dies nur ein Beschluss, aber damit auch eine Vorentscheidung auf die Verhandlung am 24. Juli.