Mehrere Personen durch Reizgas verletzt

Raubüberfall auf Postbank in Berlin-Neukölln: Mutiger Wachmann hält Geld fest

31. Juli 2020 - 21:41 Uhr

Überfall in der Hauptstadt

Dass bei dem Überfall auf eine Postbank-Filiale in einem Karstadt am Freitagnachmittag in Berlin die Täter ohne Beute entkommen sind, ist laut Polizei einem engagierten Mitarbeiter der Geldtransporter-Besatzung zu verdanken. Die Räuber hätten versucht, dem Wachmann Geld zu entreißen, teilte Polizeisprecher Thilo Cablitz am Abend mit. Dabei setzten die Räuber ihm zufolge auch Reizgas ein. In der Bankfiliale sollte laut Polizei gerade ein Geldautomat aufgefüllt werden. Der Mitarbeiter des Geldtransportunternehmens wehrte sich jedoch vehement gegen die Räuber, so dass sie schließlich Reißaus nahmen.

Berlin-Neukölln: Wer sind die Täter?

Gegen 13:30 Uhr drangen die Täter in eine Postbank-Filiale ein. Dann benutzten sie Reizgas und verletzten mindestens 11 Menschen. Vier mussten in ein Krankenhaus gebracht werden. Die Täter sind noch immer auf der Flucht. Die Bilder – im Video.

Nach den Räubern und dem Fluchtwagen - einem dunklen Audi - wurde noch am Abend gefahndet. "Wir haben Täterbeschreibungen", sagte der Polizeisprecher. Die Ermittler haben unterdessen herausbekommen, dass Kennzeichen und Fahrzeug nicht übereinstimmen.

Polizeisprecher Cablitz korrigierte außerdem frühere Angaben, nach denen ein Raubüberfall auf einen Geldtransport zunächst unklar gewesen sei. Zeugenaussagen hätten zu Beginn etwas anderes vermuten lassen, sagte der Sprecher. Er berief sich jetzt auf neueste Ermittlungen des Landeskriminalamtes.

Augenzeugin: „Es war überraschend ruhig“

Die Karstadt-Filiale am Hermannplatz wurde mit rot-weißem Flatterband abgesperrt. Mehr als ein Dutzend Polizeiwagen kamen zusammen, Beamte mit schusssicheren Westen postierten sich, Spezialkräfte durchsuchten das Gebäude. Es gab zuerst widersprüchliche Angaben von Zeugen. Einige wollten gesehen haben, dass Räuber in das mehrstöckige Kaufhaus geflohen waren, andere sagten, sie seien nach draußen gelaufen. Von einer akuten Gefahr ging die Polizei erstmal nicht aus.

Hinter den Absperrungen standen Schaulustige. Der Verkehr staute sich an diesem heißen Nachmittag in Berlin. Doch in den Geschäften gegenüber vom Eingang hat offenbar niemand etwas gesehen. "Es war überraschend ruhig", sagte eine Kioskmitarbeiterin. Sie habe erst mit der Ankunft der Polizei davon mitbekommen.