Festnahme leicht gemacht

Spuren im Schnee verraten dreisten Einbrecher

In Ratingen machte es ein Einbrecher der Polizei leicht: Er hinterließ gut lesbare Spuren im Schnee.
© Polizei

20. Januar 2021 - 12:16 Uhr

Perfekte Fährte für die Verfolger

Es gibt Einbrecher, die besonders dreist sind. Und es gibt solche, die sich enorm ungeschickt anstellen. Auf einen Mann aus Ratingen (Nordrhein-Westfalen) trifft gleich beides zu. Denn der 36-Jährige wollte nicht nur durch schlichtes und entsprechend lautes Scheibeneinschlagen in ein Wohnhaus eindringen, sondern legte bei seiner Flucht auch noch die perfekte Fährte im Schnee für seine Verfolgung.

Einbruch in Ratingen: Klirrende Scheiben weckten Bewohner

Durch das laute Klirren der zerborstenen Wohnzimmerscheibe wurden die Hausbewohner in der Nacht zum Sonntag geweckt und riefen die Polizei. Der Einbrecher schnappte sich aus einem Schuppen ein Fahrrad des Hausbesitzers und raste davon, wie die Polizei Mettmann berichtet.

In Eile war er auf der Flucht aber offenbar nicht und prüfte bei parkenden Autos noch, ob diese verschlossen waren. Um ins Innere blicken zu können, wischte der 36-Jährige laut Polizei anscheinend Schnee von den Scheiben.

Polizei musste nur den Spuren im Schnee folgen

Überhaupt hatte der Einbrecher die Rechnung ohne das frisch gefallene Weiß gemacht. Denn die Polizei musste lediglich den Reifenspuren folgen, um das geklaute Fahrrad an einer Straße zu finden. Schuhspuren im Schnee führten die Beamten von dort zu dem polizeibekannten 36-Jährigen, den sie festnahmen. In seiner Jacke hatte er einen Nothammer: vermutlich das Werkzeug, mit dem er beim Einbruch die Scheibe eingeschlagen hatte.

Die Polizei fand bei dem Ratinger auch Gegenstände, die Diebesgut aus weiteren Taten sein könnten. Einen möglichen Zusammenhang prüfen die Ermittler. Der 36-Jährige kam am Montag wieder auf freien Fuß.

Ratinger Einbrecher ist nicht allein

Immer wieder machen Kriminelle Schlagzeilen, die sich besonders dumm anstellen oder durch bemerkenswerte Dreistigkeit auffallen. So war es einem Dieb in Oregon nicht genug, den Wagen einer Mutter zu stehlen: Er drehte nach dem Autoklau um und drohte der Frau mit der Polizei, weil sie ihren Sohn im Wagen hatte sitzen lassen.

In Aachen sperrte sich ein Mann beim Versuch, einen Wagen aufzubrechen, offenbar in dem Auto ein und kam nicht mehr heraus. Ausgerechnet die Polizei musste dem Autoknacker schließlich helfen, wieder herauszukommen.

Die meisten Diebe erschrecken sich vor der Polizei und nicht vor sich selbst. Anders erging es einem Einbrecher, der ein Luxushaus ausrauben wollte: Als er sein eigenes Spiegelbild sah, nahm er die Beine in die Hand und rannte davon.

Besonders leicht machte es ein Mann in Bielefeld der Polizei bei seinem Einbruch in einen Bürokomplex. Er hinterließ am Tatort nicht nur sein Fahrrad und eine Sektflasche, sondern auch seinen Personalausweis.

Leichte Beute für die Polizei war auch ein Einbrecher, der in New York durch eine Klimaanlage in ein Gebäude eindringen wollte. Der Mann blieb im Lüftungsschacht stecken und musste von Rettungskräften befreit werden.