2016 M02 23 - 10:17 Uhr

Ratenkauf führt schnell zur Überschuldung

Haben Sie auch schon Mal ein bisschen zuviel für Geburtstags- oder Weihnachtsgeschenke ausgegeben? Es ist ja auch zu verführerisch, denn viele Geschäfte locken immer wieder mit Null-Prozent-Finanzierungen. Das scheint viele Kunden zu überzeugen: Die Zahl der Ratenkäufe hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt und das obwohl dieser sogenannte "unkontrollierte Konsum" Hauptursache für Privatinsolvenzen in Deutschland ist!

Schuldenfalle Ratenkauf: Ein Leben auf Pump
Viele Deutsche lassen sich von der Werbung verführen und bezahlen größere Anschaffungen in raten.

Geld ausgeben, das macht man heute beiläufig. Auch Geld, das man gar nicht hat. Denn das Kaufen auf Kredit ist ganz normal geworden. Gerade auch deshalb ist das Thema Geld eines der letzten Tabus. Besonders für junge Menschen ist es schwierig, überhaupt noch ein Verhältnis zu Geld aufzubauen.

Zwei Drittel vom Nettoeinkommen geben die Deutschen etwa für monatliche Fixkosten wie Miete und Versicherungen aus. Viel für Konsum bleibt da nicht mehr. Für viele kommt da die Möglichkeit der Finanzierung wie gerufen. Unterm Strich bedeuten solche Angebote aber nichts anderes als "Liebe Kunden, her mit dem Geld, das Ihr noch gar nicht habt!", kritisiert Marion Kremer vom Bundesverband deutscher Inkassounternehmen. Aber: Warum werden die Deutschen so offensiv zum Leben auf Pump verführt? Auf einen Neuwagen zu sparen, um ihn bar bezahlen zu können - das machen heute die wenigsten. Das Finanzieren ist Normalität geworden, und selbst Kaffeemaschinen gibt es auf Kredit.

Problematisch wird es, wenn die Konsumenten zum Beispiel aufgrund von Arbeitslosigkeit oder Scheidung ihre monatlichen Raten nicht mehr zahlen können. Oder den Überblick über ihre Ratenkäufe verlieren. Dann droht die Abwärtsspirale....

Kinder sollen Umgang mit Geld erlernen

Die Zahl der Überschuldungen wird extrem ansteigen, fürchten Experten, denn die nachwachsende Generation habe oftmals gar kein Verhältnis mehr zum Wert des Geldes. Schuld daran seien auch die Eltern, sagt Kommunikationstrainerin Kirstin Wulf. Denn Eltern reden mit ihren Kindern viel zu selten über Geld.

Kinder müssten lernen, dass Geld nicht selbstverständlich verfügbar ist. Sie müssten lernen, auf etwas zu warten oder auch mal zu verzichten.