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Rassistischer Angriff in Italien: Rechtsextremer schießt wahllos auf Schwarze

Mann schießt wahllos auf Schwarze
Mann schießt wahllos auf Schwarze Rechtsextremer Vorfall in Italien 00:49

Sechs Menschen wurden verletzt

In der italienischen Stadt Macerata hat ein bewaffneter Mann aus einem Auto heraus auf mehrere Ausländer geschossen. Dabei suchte sich der Schütze offenbar gezielt Menschen mit dunkler Hautfarbe aus - sechs Personen wurden verletzt. Der Mann wurde später gefasst, als er einen faschistischen Gruß vor einem Denkmal für gefallene Soldaten zeigte. Offenbar hat er einen rechtsextremistischen Hintergrund.

In wenigen Wochen wird in Italien gewählt

Macerata
Schüsse auf mehrere Migranten haben Italien mitten im Wahlkampf erschüttert. © REUTERS, HANDOUT, MR/ata

Die Stimmung im italienischen Wahlkampf ist ohnehin schon aufgeheizt. Am 4. März wählen die Italiener ein neues Parlament. Der Vorfall in Macerata gießt jetzt noch mehr Öl ins Feuer. Fest steht: Der 28-Jährige soll alleine gehandelt haben. Er habe einen "rechtsextremistischen Hintergrund mit klaren Bezügen zum Faschismus und zum Nazismus", so der italienische Innenminister Marco Minniti.

Es herrscht ein "Klima des Hasses"

Der grausame Mord an einer 18-Jährigen hatte die Stadt in der vergangenen Woche erschüttert - die Leiche des Mädchens war zerstückelt in zwei Koffern gefunden worden. Verdächtigt wird ein Mann aus Nigeria, der mit Drogen gedealt haben soll. Er sitzt in Untersuchungshaft. Italienische Medien berichten, der Vorfall sei eine Reaktion auf den Mord gewesen. Eine direkte Verbindung zwischen dem mutmaßlichen Täter und der Toten soll es aber nicht gegeben haben.

"Leider verheißt das Klima des Hasses, das vor der Wahl im Land zirkuliert, nichts Gutes", sagte der Präsident von Amnesty International in Italien, Antonio Marchesi. "Hoffen wir, dass sich von heute an jeder darüber bewusst ist, welche Worte er benutzt und was für einen Effekt sie haben können."

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