Rassistische Kundin beschwert sich bei KiK über schwarzes Katalogmodel und erhält grandiose Antwort

28. November 2016 - 12:18 Uhr

Weil der berühmte Textil-Discounter KiK laut eigener Aussage "einen Querschnitt der deutschen und europäischen Bevölkerung abbilden" möchte, warb er vor kurzem erstmals auch mit schwarzen Models für seine Produkte. Dass diese Entscheidung auf riesigen Protest stoßen würde, damit rechnete wohl keiner. Als KiK die E-Mail einer Kundin erreichte, in der die  Werbemodels als "ekelerregende Kreaturen" bezeichnet werden, entschloss der Konzern sich dazu, ein klares Statement zu setzen und dieser Kundin zu antworten.

Kundin: "Deutschland ist das Land der Deutschen"

"Wir wollen diese ekelerregenden Kreaturen wirklich nicht bei uns haben", schrieb Julia D., eine (ehemalige) KiK-Kundin, dem Unternehmen. Für sie sei es "völlig unverständlich", dass der Textil-Riese mit schwarzen Frauen wirbt. "Deutschland ist das Land der Deutschen", stellt sie in ihrer E-Mail klar und führt weiterhin aus, wie sehr sie die Auswahl der KiK-Werbemodels abstoßen würde.

Es sind Worte, die schockieren. Dass es sich bei diesem Hassbrief jedoch um keinen Einzelfall handelt, bestätigt Katharina Jonas von der Unternehmenskommunikation KiK. Im Gespräch mit der 'Huffington Post' sagte sie: "Über die Heftigkeit der Reaktion waren wir sehr überrascht und entsetzt. Insgesamt stellen wir fest, dass fremdenfeindliche Äußerungen in Deutschland zugenommen haben". ​

Eine Antwort, die es in sich hat

Schweigen möchte das Unternehmen aber nicht, auch wenn das Ignorieren dieser und ähnlicher E-Mails ein Leichtes gewesen wäre, so Jonas. Deshalb schrieb KiK Julia D. eine ausführliche Antwort, mit der der Discounter ein klares Zeichen gegen Rassismus setzen will.

"Dürfen wir Sie auf eine kurze Reise durch unser Land mitnehmen? Wir starten in der Münchner Allianz-Arena, Bayern gegen Dortmund. 75.000 Fans jubeln Jérôme Boateng zu, dem vielleicht besten Verteidiger der Welt und Deutschlands Fußballer des Jahres. Nach dem Spiel haben wir Hunger. Also gönnen wir uns was Gutes – im Ruhrgebiet. Dort kocht der TV-Liebling und Sternekoch Nelson Müller sein legendäres Wiener Schnitzel. Auf dem Nachhauseweg drehen wir das Radio auf, Andreas Bourani singt unseren WM-Helden-Song: 'Ein Hoch auf uns, auf dieses Leben'", beginnt KiK die E-Mail und klärt die Verfasserin der Hass-Mail darüber auf, dass jeder Fünfte in Deutschland einen Migrationshintergrund hat. Weiter heißt es: "Wir sind stolz darauf, dass sich Menschen verschiedener ethnischer Abstammungen mit unserem Unternehmen identifizieren und gern bei KiK einkaufen. Leider werden wir nicht jeden von unserer weltoffenen Haltung überzeugen können. Dann sind wir so frei, auf diese Kunden zu verzichten". 

Besonders der letzte Satz verdeutlicht, wie das Unternehmen Fremdenfeindlichkeit gegenüber eingestellt ist. Höchstwahrscheinlich wird diese Antwort Julia D. nicht von ihrer Meinung abgebracht haben, Lob bekommt der Textil-Discounter dennoch für den cleveren Konter - unter anderem von Tänzerin und Jurorin Motsi Mabuse.