Rassismus-Vorwürfe in den USA: Kinder werden der Schule verwiesen - wegen ihrer Haare

Aufnahmen aus Louisiana sorgen für Empörung

Eine elfjährige Schülerin aus Louisiana und ein sechsjähriger Schüler aus Florida wurden binnen weniger Wochen von ihren Schulen verwiesen. Das Unglaubliche: Die beiden haben nichts angestellt. Sie wurden wegen ihrer Frisuren vom Unterricht ausgeschlossen. Aufnahmen, die die frustrierten Kinder zeigen, gingen innerhalb kürzester Zeit viral und sorgten im Netz für Empörung.

Dreadlocks verstoßen gegen Schulrichtlinien

Die Sechstklässlerin Faith Fennidy will nichts anderes, als am Unterricht der "Christ the King Parish School" in Terrytown nahe New Orleans teilzunehmen. Doch die Leiter der privaten, römisch-katholischen Einrichtung sind da anderer Meinung. Ihre geflochtenen und verlängerten Haare verstoßen angeblich gegen die Schulrichtlinien. Inem O'Boyle, Anwältin ihrer Familie, schildert im Interview mit der "New York Times" den unglaublichen Vorfall.

Am ersten Tag der Schule, erklären Schulbeamte der Elfjährigen, dass ihr Haar nicht mit der Schulpolitik übereinstimme. Daraufhin ändert Faith "für eine beträchtliche Menge Geld" ihre Frisur. Doch auch das scheint den Verantwortlichen nicht zu reichen. "Sie sagten ihr, sie solle nicht zurückkommen", erklärt Inem O'Boyle - und das, obwohl Faith bereits seit zwei Jahren ihre geflochtenen Zöpfe zur Schule trug.

"Nur das natürliche Haar des Schülers ist erlaubt"

Laut Inem O'Boyle wurden die Richtlinien zum neuen Schuljahr heimlich, still und leise verändert, ohne Faith darüber in Kenntnis zu setzen. Sie besagen nun: "Nur das natürliche Haar des Schülers ist erlaubt. Extensions, Perücken und Haarteile jeglicher Art sind nicht erlaubt." Außerdem seien gefärbte Haare, Make-Up, Gesichtbehaarung und lange Fingernägel verboten. Die Nichteinhaltung dieser Anweisungen führe zu "schwerwiegenden Folgen", einschließlich eines Schulverweises, bis die Anforderungen wieder erfüllt seien.

Doch obwohl Faith sich an die Regeln hielt und ihre Haare umstylen ließ, wurde ihr der Zugang zum Unterricht verwehrt. Das bestreitet Schulleiter RaeNell Billiot Houston in einem öffentlichen Statement: "Die Schülerin wurde nicht suspendiert. Ihren Eltern wurde die Möglichkeit angeboten, sich den Richtlinien anzupassen. Doch sie beschlossen, ihre Tochter aus der Schule zu holen."

Laut Angaben der Anwältin bezahle Familie Fennidy nach wie vor für den Unterricht ihrer Tochter und auch Faith habe vor, weiterhin die Schule zu besuchen, auf der auch all ihre Freunde sind. Ob Anzeige gegen die Einrichtung erstattet wurde, wollte die Familie nicht verraten.

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Sechsjähriger aus Florida erlebt die gleiche Demütigung

Vor Kurzem sah sich eine private, christliche Schule in Florida einer ähnlichen Kritik gegenüber. Auch hier verboten Schulbeamte dem kleinen C.J. Stanley am ersten Schultag am Unterricht teilzunehmen. Der Vater des Sechsjährigen, Clinton Stanley, war darüber so schockiert, dass er seinen Sohn von der Schule holte. Er meldete seinen Sohn auf einer anderen Schule an, "wo er sein Haar in Dreadlocks tragen und er selbst sein dürfe".