Aufarbeitung der eigenen Geschichte

Rassismus im eigenen Haus? Los Angeles Times rechnet mit Vergangenheit ab

Symbolfoto.
© picture alliance / Xinhua News A, Zhao Hanrong

29. September 2020 - 16:08 Uhr

Von Sadia Ouro-Gbele

Ein Brief des Chefs, eine Entschuldigung, Artikel zu Anti-Schwarzem Rassismus, Rassismus gegen Asiaten und auch Latinos. Die Los Angeles Times rechnet mit der eigenen Vergangenheit ab. Das Ziel: Mehr Diversität, Vielfalt in den eigenen Newsrooms. Doch das ist nicht nur eine Herausforderung für amerikanische Medien.

Verlag entschuldigt sich

Protesters in front of the US flag flying outside the US Embassy in London, as part of an anti-racism demonstration Friday Sept. 11, 2020, coinciding with the start of the trial of the four police officers charged with the murder of George Floyd in t
Der gewaltsame Tod des Schwarzen George Floyd hatte nicht nur in den USA Entsetzen und Proteste ausgelöst.
© AP, Yui Mok

Die Times habe in der Vergangenheit Vorurteile und Rassismus weiter befeuert und gefördert, schreibt Eigentümer Dr. Patrick Soon-Shiong. Doch damit soll jetzt Schluss sein.

Er schreibt: "[…] meine Frau, Michele, und ich sind entschlossen, die Vielfalt innerhalb des Hauses zu erhöhen."

Doch warum widmet sich die Times gerade jetzt diesem Problem? Seit George Floyd im Mai durch Polizeigewalt gestorben ist, herrscht eine anhaltende Rassismusdebatte in den USA. Auch in Deutschland wird diese Debatte weitergeführt, unter anderem zu mehr Vielfalt in Redaktionen.

Brauchen wir mehr Vielfalt in den Medien?

"Journalisten neigen dazu, zu glauben, sie wüssten, was andere Menschen wollen", gibt Michael Wulf, Chefredakteur von RTL, in einer Studie der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz bereits 2019 zu bedenken. Das bedeutet eine weniger vielfältige Redaktion, bedeutet weniger Vielfalt in der Berichterstattung, oder?

Nicht unbedingt. Denn die Studie hat herausgefunden, dass nicht nur "Vielfalt" berücksichtigt werden sollte. Andere Faktoren wie finanzielle und sprachliche Barrieren sind auch zu berücksichtigen. Es muss also ein struktureller Wandel stattfinden,

Rassismusdebatte: Mit gutem Beispiel voran

Mit dieser Ausgabe möchte die LA-Times wohl einen neuen Schritt gehen und den eigenen Beitrag zu der heutigen Rassismusdebatte beitragen. Aktuell scheinen immer mehr große Konzerne ihre eigene Position neu zu hinterfragen. Unter anderem hat sich die Reismarke "Uncle Ben's" für einen neuen Namen plus Logo entschieden.