EM-Qualifikation

Rassismus-Eklat überschattet England-Spiel in Bulgarien

A Bulgarian fan does a Nazi Salute during the UEFA EURO, EM, Europameisterschaft,Fussball 2020 Qualifying match at the
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14. Oktober 2019 - 23:31 Uhr

Das Spiel der englischen Fußball-Nationalmannschaft in Bulgarien ist von einem Rassismus-Eklat überschattet worden. Auf den Tribünen spielten sich teils widerliche Szenen ab: Auf Fotos sind bulgarische Zuschauer zu sehen, die den Hitler-Gruß zeigen, andere heben die Mittelfinger in die Luft.

Zwei Mal unterbrach Referee Ivan Bebek das Spiel vor der Halbzeit, bei Twitter entlud sich der Zorn vieler Fans, die einen Ausschluss der Bulgaren forderten.

England kündigte Protest an

Vor der Partie hatte die englische Elf angekündigt, geschlossen das Feld zu verlassen, sollte es in Sofia zu solchen Anfeindungen kommen. Der Hintergrund: Bulgarische Anhänger waren schon in der Vergangenheit, bei den Spielen gegen den Kosovo und Tschechien, mit rassistischen Entgleisungen auffällig geworden.

Problem dabei: Einfach das Feld zu verlassen, hätte den Statuten der UEFA widersprochen. Die 'Three Lions' hätten so einen Punktverlust in Kauf nehmen müssen. Da England noch nicht sicher für die EM qualifiziert ist, hätte das Team von Trainer Gareth Southgate wichtige Punkte riskiert. England gewann letztendlich gegen schwache Bulgaren deutlich mit 6:0.

Balakov: Thema gepusht

Bulgariens Nationaltrainer, der ehemalige Stuttgarter Krassimir Balakov, hatte noch vor der Partie gesagt: "Wir haben kein Rassismus-Problem. In unserer Liga spielen viele dunkelhäutige Spieler. Ich finde überhaupt nicht gut, dass dieses Thema so hoch gepusht wird. Diese Probleme gibt es in England weitaus häufiger. Sonst würden sie es nicht so groß thematisieren." Eine Haltung, die es zu überdenken gilt.

Englischer Verband fordert Untersuchung

"Wir können bestätigen, das englische Spieler während des EM-Quali-Spiels in Bulgarien zum Ziel von rassistischen Gesängen geworden sind", schrieb der englische Verband FA in einer Mitteilung und bat die UEFA, den Fall zu untersuchen: "Das ist auf jedem Level inakzeptabel, und unser Fokus liegt jetzt darauf, unsere Spieler und die Betreuer zu unterstützen."