Rassismus-Eklat in EM-Quali

Bulgariens Fußball-Präsident nimmt nach Sofia-Schande seinen Hut

Bulgarien - England
© dpa, Nick Potts, bsc

19. Oktober 2019 - 14:33 Uhr

Nach dem Rassismus-Eklat beim Spiel der englischen Nationalmannschaft in Bulgarien gibt es erste personelle Konsequenzen. Verbands-Präsident Borislaw Michajlow hat nach 14 Jahren seinen Hut genommen. Damit aber war die Aufregung noch lange nicht vorbei...

Nach massivem Druck aus der Politik

Zunächst hatte er diesen Schritt noch strikt abgelehnt, doch die Regierung übte Druck auf Michailow aus. Unter anderem hatte Regierungschef Boiko Borisswo seinen Rücktritt gefordert. Sportminister Krassen Kralew hatte erklärt, dass die Regierung bis zum Rücktritt Michailows die Beziehungen zum Fußballverband aussetzen wolle, auch die finanziellen Zuwendungen sollten eingestellt werden.

Bulgarische Zuschauer hatten während des EM-Qualifikationsspiels rassistische Parolen gegrölt und den Hitlergruß gezeigt. Das Spiel stand kurz vor dem Abbruch.

Und dann kam die Polizei

Am Dienstagnachmittag gab es an der Zentrale des bulgarischen Fußball-Verbands dann einen größeren Polizeieinsatz. Das Gebäude in Bojana bei Sofia wurde nach Angaben einheimischer Medien von Kräften zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität abgeriegelt. Regierungschef Borissow hatte eine Überprüfung des Verbands angeordnet. 

UEFA erhebt Anklage

Der europäische Fußball-Verband hat inzwischen Anlage gegen den bulgarischen Verband erhoben. Wie die UEFA bekannt gab, wird den Bulgaren rassistisches Verhalten vorgeworfen. Außerdem sollen Zuschauer Gegenstände geworfen und die Nationalhymne gestört haben.

Der Verband muss außerdem erklären, warum entgegen der Sicherheitsregeln der UEFA Wiederholungen auf der Stadionleinwand gezeigt wurden. Der engliche Fußballverband FA muss sich ebenfalls wegen des Störens der Nationalhymne verantworten. Der FA wird außerdem zur Last gelegt, keine ausreichende Anzahl an mitreisenden Ordner gehabt zu haben.

Weltverband schaltet sich ein

Auch die FIFA mischt inzwischen mit im Fall Bulgarien. Der Welt-Verband gehe davon aus, so früh wie möglich über die relevanten Entscheidungen der UEFA informiert zu werden. "Das würde auch die Ausweitung von Sanktionen weltweit ermöglichen", hieß es in einer Stellungnahme.