Rassismus-Debatte um Frankfurter 'Mohren'-Apotheken: Jetzt spricht die Inhaberin

05. Februar 2018 - 20:00 Uhr

Ausländervertretung wirft Apotheken Rassismus vor

Rassismus soll aus dem Frankfurter Stadtbild verschwinden! Das fordert die Kommunale Ausländer- und Ausländerinnenvertretung (KAV). Was für viele nach einem gescheiten Vorschlag klingt, macht jetzt zwei Apotheken in Frankfurt am Main zu schaffen: Wegen vermeintlichem Rassismus in ihren Namen sollen sie sich nun umbenennen.

Heißt die 'Mohren'-Apotheke bald anders?

Eine der betroffenen Apotheken ist die 'Mohren'-Apotheke in Frankfurt am Main. Schon in den Sechzigern wurde sie gegründet und trägt seitdem ihren Namen. Doch damit soll jetzt Schluss sein. Die KAV stellte bereits einen Antrag an die Frankfurter Stadtverordnetenversammlung und den Magistrat und forderte, rassistische Bezeichnungen und Logos aus der Frankfurter Öffentlichkeit verschwinden zu lassen. Und dazu sollen auch die Namen zweier Apotheken gehören. "Leider muss auch im Jahre 2018 noch immer darauf hingewiesen werden, dass Wörter wie 'Neger' oder 'Mohr' einen rassistischen Hintergrund haben. Viel zu lange wurden sie in Deutschland weder hinterfragt noch aufgegeben", heißt es in dem Antrag der KAV.

Die Geschäftsführerin der 'Mohren'-Apotheke, Karin Schweizer, war über die Kritik erstaunt. Der 'Frankfurter Rundschau' gegenüber sagte sie, der Name sei in ganz Deutschland für Apotheken üblich. Wahrscheinlich gehe er auf die Verwendung von Arzneien aus fernen Ländern zurück. Dennoch wurde mittlerweile das Logo auf der Internetseite der Apotheke entfernt. Es zeigte einen schwarzen Kopf mit großem Ohrring und dicken Lippen. Bei dem zweiten kritisierten Geschäft handelt es sich um die 'Zeil-Apotheke zum Mohren'.

Debatte um Berliner 'Mohrenstraße' lässt grüßen

Die Forderung der Ausländervertretung erinnert an einen ganz ähnlichen Fall in Berlin. Hier gibt es schon lange eine Debatte um die 'Mohrenstraße' im Stadtteil Mitte und den anliegenden U-Bahnhof mit demselben Namen. Verschiedene Organisationen wie die 'Internationalen Liga für Menschenrechte' und die 'Initiative Schwarzer Menschen' sind der Meinung, der Name der Straße sei rassistisch und erinnere an die Zeit des Kolonialismus. Gegner der Umbenennung möchten den schon 1706 gebräuchlichen Namen bewahren. Er sei nicht rassistisch, sondern gehe auf das Wort 'Maure' zurück, welches damals nicht abwertend gebraucht worden sei.