Skoda-Fahrerin nach Crash verbrannt

Raser-Trio von der A66 entlastet? Video soll zeigen, wie der Unfall wirklich passiert ist

Eines der ausgebrannten Fahrzeuge auf der A66.
Eines der ausgebrannten Fahrzeuge auf der A66.
© deutsche presse agentur

19. Oktober 2020 - 15:00 Uhr

Video soll den wahren Unfallhergang von der A66 zeigen

Haben sie den tödlichen Unfall auf der A66 womöglich gar nicht verursacht? Ein Video soll die drei Männer, die sich vermutlich ein Rennen geliefert hatten, entlasten. Ein Verteidiger der Männer hat der Staatsanwaltschaft den Film übergeben. Was darauf zu sehen ist, scheint eindeutig zu sein.

Spurwechsel eines unbeteiligten Wagens soll schuld am Unfall sein

Auslöser des tödlichen Unfalls auf der A66 bei Hofheim ist vermutlich der Spurwechsel eines unbeteiligten Wagens gewesen. Einer der Sportwagenfahrer, die bei dem Rennen mitgemacht haben sollen, habe bei hoher Geschwindigkeit wohl ausweichen müssen und die Kontrolle verloren. Das teilte eine Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft am Montag mit. Das habe die Auswertung des Videos ergeben. Das unbeteiligte Auto sei zum Überholen von der Mittelspur nach links ausgeschert. Nach seinem Ausweichmanöver dürfte der Sportwagenfahrer dann in die Mittelleitplanke und schließlich in einen weiteren Wagen gekracht sein. Die Fahrerin dieses Autos starb. Der Freund eines der mutmaßlichen Raser hatte seinen Kumpel im Gespräch mit RTL schon früh verteitigt.

Staatsanwaltschaft lässt Mordvorwurf gegen Sportwagen-Fahrer fallen

Unfall auf Autobahn A66
Video soll die mutmaßlichen Raser entlasten.
© deutsche presse agentur

Bereits am Wochenende hatte die Staatsanwaltschaft angesichts der neuen Erkenntnisse mitgeteilt, dass der Mordvorwurf gegen die Fahrer der drei Sportwagen fallengelassen worden sei. Es geht um ein mutmaßliches Rennen bei Hofheim am Taunus am vorvergangenen Samstag. Vor dem Ausweichmanöver soll der Sportwagenfahrer mit Tempo 200 unterwegs gewesen sein. Nach der Kollision fingen die beiden Autos sofort Feuer.

Die Ermittlungen laufen der Staatsanwaltschaft zufolge weiter. Nach wie vor stehe der Vorwurf der Teilnahme an einem verbotenen Fahrzeugrennen im Raum. Ob es sich bei dem weiteren Straftatbestand um fahrlässige Tötung handeln könne, müssten die weiteren Ermittlungen klären. Zwei der beteiligten Männer im Alter von 29 und 26 Jahren - ein Iraner und ein Deutscher - waren laut Staatsanwaltschaft nach einer Woche in Untersuchungshaft wieder auf freien Fuß gekommen. Nach einem 34 Jahre alten Deutsch-Polen wird weiter europaweit gesucht. Er hat den Fahndern zufolge anders als die beiden anderen Verdächtigen keinen festen Wohnsitz.


Quelle: DPA/ RTL