Totschlagsprozess in Flensburg

Rasend durch Eifersucht? 36-Jähriger soll besten Freund mit Küchenmesser ins Herz gestochen haben

Gerichtsgebäude in Flensburg
© dpa, Carsten Rehder

23. Februar 2021 - 12:34 Uhr

Aus Freunden werden Rivalen

Eigentlich waren sie beste Freunde, aber seit heute steht ein 36-Jähriger wegen Totschlags vor dem Flensburger Landgericht. Der Angeklagte soll auf seinen besten Freund mit einem Küchenmesser eingestochen und ihn dabei mitten ins Herz getroffen haben, wohl aus Eifersucht. Vor der Tat soll habe der Flensburger noch zu seinem Opfer noch gesagt: "Du hast den Falschen ausgesucht. Ich steche dich ab."

Bester Freund kommt mit Ex-Freundin zusammen

Laut Gericht soll der Angeklagte kurz zuvor erfahren haben, dass das Opfer Michael S. mit seiner von ihm getrennt lebenden Ehefrau eine neue Beziehung gehabt haben soll. Beide hatten sich 2012 bei einem Blind Date kennengelernt. "Wir müssen reden wegen dem neuen Typen. Du wirst komplett ausrasten", soll ihm seine Ex-Partnerin geschrieben haben, die zu dem Zeitpunkt schwanger ist. Nach der Aussprache ist dem der Angeklagte bewusst, dass Michael auch der Grund für die Trennung von ihm ist. Danach dreht der damals 35-Jährige wohl durch.

Mutmaßlicher Täter lässt sich widerstandslos festnehmen

Der Angeklagter habe dann versucht, seinen Freund telefonisch zu erreichen. Dabei soll es über WhatsApp zu gegenseitigen Beleidigungen und Drohungen gekommen sein. Am späten Nachmittag des 2. Septembers schließlich packt sich der verlassene Ehemann zwei Küchenmesser und ein Hackebeil ein und fährt zu seinem 44-jährigen Rivalen in einem Wohngebiet in Handewitt bei Flensburg. Dort treffen dann beide Männer aufeinander und es kommt zu Pöbeleien und einer Prügelei, bei der der Angeklagte insgesamt 12 Mal auf seinen Freund eingestochen haben soll, bis dieser stirbt. Auch ein Notarzt kann dem Opfer nicht mehr helfen. Am Tatort lässt sich dann der mutmaßliche Täter widerstandslos von der Polizei festnehmen.

Für den Prozess sind zunächst sieben Verhandlungstage vorgesehen.

Quelle: DPA / RTL.de