"Rasante Ausbreitung des Wolfes" gefährdet Weidetier-Haltung: Wie viele Wölfe dürfen in Deutschland leben?

11. Mai 2017 - 11:15 Uhr

"Die rasante Ausbreitung des Wolfes in Deutschland gefährdet die Haltung von Rindern, Pferden, Schafen und Ziegen auf unseren Weiden." Das sagt der Deutsche Bauernverband (DBV) im Rahmen der Umweltministerkonferenz in Potsdam. Für die Weidetierhalter in Deutschland gehe es um die Existenz. Doch was kann die Politik dagegen tun, ohne die Existenz des Wolfes zu gefährden?

DBV: Möglichkeit muss bestehen, Wölfe zum Schutz von Mensch und Tier zu töten

In den Bundesländern Brandenburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Bayern ist der Wolf mittlerweile Realität: 70 Rudel und Paare sind bisher in Deutschland gezählt worden. Die Anzahl der von Wölfen getöteten landwirtschaftlichen Nutztiere stieg 2015 deutlich auf mehr als 700 an.

"Die Umweltpolitiker von Bund und Ländern dürfen nicht weiter wie bisher tatenlos zusehen, die Weidetierhalter nur beschwichtigen und den Wolf uneingeschränkt willkommen heißen", fordert der DBV. Mit sechs Kernvorschlägen, die der Verband gemeinsam mit fünf Nutztierorganisationen den Umweltministern aus Bund und Ländern vorlegt, sollen die Weidetiere künftig besser vor Wölfen geschützt werden.

Eindeutig festlegen, wie hoch der Wolfbestand sein soll

Ein Lämmchen springt am 30.03.2017 auf einer Weide bei Bechingen (Baden-Württemberg) in die Luft. Foto: Thomas Warnack/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
Immer mehr Schafe, Ziegen, und sogar Pferde fallen Wölfen in Deutschland zum Opfer.
© dpa, Thomas Warnack, bwe sab

"Die Umweltminister müssen sich eindeutig festlegen, wie hoch der Wolfsbestand sein soll", stellt der DBV klar. Ebenso müsse die Möglichkeit eingeräumt werden, verhaltensauffällige Wölfe zum Schutz von Mensch und Tier auf dem Land auch zu töten.

Die von den Weidetierhaltern ergriffenen Schutzmaßnahmen wie Zäune oder Herdenschutzhunde böten nur einen begrenzten Schutz vor dem Wolf und verlangten hohe Investitionen. "Es ist aber unmöglich, weite Landstriche einzuzäunen, um uns vor dem Wolf zu schützen. Viele große Grünlandgebiete an der Küste, in den Mittelgebirgen und den Alpen können nicht in Gänze eingezäunt werden.

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

"Derzeitige Maßnahmen zum Schutz vor dem Wolf sind unzureichend"

Der Präsident des Landesbauernverbandes, Henrik Wendorff, forderte praxistaugliche Lösungen für einen aktiven Herdenschutz. "Dies beinhaltet auch die Berücksichtigung von Gebieten mit ausschließlicher Weidetierhaltung." Die derzeitigen Maßnahmen in den Bundesländern zum Schutz vor dem Wolf seien völlig unzureichend.