Ramelow zu Corona: Kontaktverbote noch nicht lockern

Bodo Ramelow (Die Linke) bei einer Pressekonferenz. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
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08. April 2020 - 23:00 Uhr

In der Corona-Epidemie steht Thüringen nach Aussage von Regierungschef Bodo Ramelow (Linke) noch am Anfang der Welle schwerer Erkrankungen. Deshalb halte er es nicht für sinnvoll, die Kontaktverbote bereits jetzt zu lockern, sagte er MDR Thüringen. Es gebe keinen Impfstoff und kein Medikament gegen das Virus - und keine Testmethode, die wirklich sicher sei. Auch die Musik-Festivals in Thüringen im Sommer dieses Jahres etwa könne es deswegen nicht geben.

Zudem sei die Frage, wann Schülerinnen und Schüler wieder im Klassenraum sitzen können, aktuell nicht zu beantworten. Derzeit müsse der Infektionsschutz auch in der Schule und im Kindergarten durchgehalten werden.

Ramelow sagte, das Wort "Lockerungen" suggeriere, es gäbe ein Zurück zu den Verhältnissen vor der Corona-Krise. Solange es jedoch weder Impfstoff noch Medikamente gebe, müsse ein Alltag vorbereitet werden, in dem die Menschen Abstand voneinander halten. "Es geht um die Infektionsgefahr, die muss unterbunden werden. Wenn wir das sicher einhalten und auch durchhalten, dann haben wir eine Chance zu einer Normalität zu kommen, die nicht mehr so normal ist wie das, was wir vorher hatten", so Ramelow.

Der Linke-Politiker warb dafür, Menschen mit größerem Vermögen stärker an den Kosten der Corona-Krise zu beteiligen. Er berief sich dabei auf das Lastenausgleichsgesetz aus dem Westdeutschland der Nachkriegszeit, als Grundstücksbesitzer den Vertriebenen Boden abtreten mussten. Jetzt hätten alle, die über kleinere Einkommen verfügten, unter Corona stärker zu leiden als Menschen mit größeren Einkommen.

Quelle: DPA