Religiöser Verzicht

Fastenmonat Ramadan: Das sollten Sie jetzt über das muslimische Fasten wissen

Wissenswertes rund um den Ramadan
Wissenswertes rund um den Ramadan
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13. April 2021 - 17:29 Uhr

Fasten während die Sonne scheint

Jedes Jahr im neunten Monat des islamischen Mondkalenders feiern die Muslime den Ramadan. Nach islamischer Auffassung wurde während dieser Zeit der Koran herabgesandt. Muslime fasten in diesem Monat von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Wir erklären, was Sie noch über den Ramadan wissen müssen.

Heilige Fastenzeit: Wissenswertes über den Ramadan

Jahr für Jahr vollziehen Muslime den Fastenmonat Ramadan - in diesem Jahr vom 13. April bis zum 12. Mai. Dabei verzichten Muslime von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf Essen, Trinken, Zigaretten und Sex. Gekrönt wird die Fastenzeit mit der dreitägigen Feier des Fastenbrechens (Eid al-Fitr), bei der Muslime gemeinsam in der Moschee beten und jede Menge Süßspeisen und andere Leckereien verzehren, weshalb es im Volksmund auch "Zuckerfest" genannt wird.

Mit der Fastenzeit wollen Muslime Selbstdisziplin erlernen und ihren Glauben stärken. Teilweise lesen sie aus diesem Grund während der einmonatigen Fastenzeit den gesamten Koran. Auch gemeinsame Gebete in Moscheen sind in dieser Zeit üblich – auch wenn diese bereits im vergangenen Jahr durch die Corona-Pandemie stark eingeschränkt waren.

Trotzdem ist gerade, wenn der Ramadan auf die Sommermonate fällt, das Fasten nicht einfach. Bei hitzigen Temperaturen und einer Tageslänge von bis zu 16 Stunden ohne Wasser auszukommen, verlangt eine Menge Selbstdisziplin und einen guten Gesundheitszustand. Deshalb sind alte und gebrechliche Leute sowie kleine Kinder von der Fastenzeit ausgeschlossen. Aber auch Schwangere, Kranke oder Reisende müssen nicht an dem Fastenmonat teilnehmen. Allerdings gilt für diese Muslime eine Nachholpflicht, sobald sie in der Lage sind, den Fastenmonat durchzuführen.

Mann mit Corona-Maske betet in einer Moschee in Berlin
In Zeiten der Corona-Pandemie sind auch Gebete in Moscheen stark eingeschränkt.
© picture alliance, Abdulhamid Hosbas

Die 5 Säulen des Islam

Der Fastenmonat Ramadan hat für die weltweit rund 2 Milliarden Muslime eine besondere Bedeutung. Die im Koran verankerte Pflicht zum Fasten ist neben täglichen Gebeten, dem Glaubensbekenntnis, dem Geben von Almosen und der Wallfahrt nach Mekka einer der fünf Grundpfeiler des Islams.

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Das bedeutet Ramadan

Der Name des Fastenmonats Ramadan stammt aus dem Arabischen und bedeutet so viel wie "der heiße Monat". Der Grund für diesen Namen liegt weit in der Geschichte verankert: Vor Einführung des Mondkalenders lag der Fastenmonat immer in den heißen Sommermonaten.

Ramadan: An diesem Datum beginnt der neunte Monat im islamischen Mondkalender

Im neunten Monat des islamischen Mondkalenders sollen Muslime von Tagesanbruch bis Sonnenuntergang auf Essen, Trinken, Rauchen und Sex verzichten.

Nach dem Koran beginnt der Ramadan, wenn nach dem Neumond die Mondsichel wieder sichtbar wird - in diesem Jahr geschieht das um den 13. April herum. Der Termin verschiebt sich allerdings jedes Jahr um etwa 10 bis 11 Tage. Da das Datum von Region zu Region variieren kann, bestimmen religiöse Gelehrte das Datum.

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Enthaltsamkeit am Tag - Essen nach dem Sonnenuntergang

Moschee mit Minarett in Ost-London
Moschee mit Minarett in Ost-London
© picture-alliance/ dpa, Landov Ratcliffe 6503440

Auch wenn sich Muslime den ganzen Tag an Enthaltsamkeit erproben müssen, darf am Abend nach Sonnenuntergang ganz normal gegessen und getrunken werden. Besonders beliebt sind nach dem Sonnenuntergang vor allem Datteln, da diese eine gute fettfreie Zuckerquelle sind, die die Konzentrationsfähigkeit steigern. Zusätzlich zu den Datteln werden, nach dem vierten Gebet des Tages, reichhaltige Gerichte mit Fleisch verzehrt.

Mahlzeiten, die morgens zu sich genommen werden, heißen "Suhoor". Hier sind vor allem Reisspeisen, Früchte oder andere leichte Speisen beliebt.

Laut dem Koran lautet die Regel: "Esst und trinkt, bis ihr in der Morgendämmerung einen weißen von einem schwarzen Faden unterscheiden könnt!"

Fastenbrechen: Das Zuckerfest ist ein hoher Feiertag

Der Fastenmonat endet schließlich nach 29 oder 30 Tagen, je nachdem, wann der abnehmende Mond wieder verschwunden ist. Darauf folgt das dreitägige Fest des Fastenbrechens (Eid al-Fitr). Das sogenannte "Zuckerfest" ist nach dem Opfertag der zweithöchste Feiertag für Muslime.

Während des Fests werden die Moschee und Verwandte besucht. Es gibt jede Menge zu essen und für Kinder auch Geschenke.

Warum feiern Muslime Ramadan? Gründe für das Fasten

Mittagsgebet in einer Moschee
Mittagsgebet in einer Moschee
© picture alliance / dpa, Marcus Brandt

Anlass für den Fastenmonat ist die Offenbarung des Koran durch Allah an den Propheten Mohammed, die zu diesem Zeitpunkt bekannt wurde.

Der Ramadan als Zeit der Besinnung soll den Glauben und die Selbstdisziplin der Gläubigen stärken. Er gilt auch als Monat des Friedens und der Versöhnung. Islamistische Terrororganisationen verübten in der Vergangenheit allerdings bewusst im Fastenmonat Anschläge auf "Ungläubige" und vermeintlich Abtrünnige.

Außerdem sollen Gläubige durch das tägliche Hungern sich solidarisch mit Armen zeigen, um zu erfahren, wie es ist zu hungern.

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Ab diesem Alter sollten Muslime fasten

Bei Jungen signalisiert die Pubertät den Einstieg in die Fastenzeit. Mädchen sollten ab dem erstmaligen Einsetzen ihrer Periode an dem Fastenmonat teilnehmen. Aber bereits ab ihrem siebten Lebensjahr werden muslimische Kinder auf den Fastenmonat vorbereitet. So fasten diese zum Beispiel über einen halben Tag, um sich langsam an die Enthaltsamkeit zu gewöhnen.