Raketenkrieg im Nahen Osten: Viele Tote

17. Juli 2014 - 20:12 Uhr

RTL-Reporterin Raschel Blufarb: Unterricht in Bunkern

Eskalation im Gaza-Konflikt: In der Nacht hat Israels Armee die massiven Angriffe im Gazastreifen fortgesetzt. Laut einer Militärsprecherin seien insgesamt 160 Ziele beschossen worden. Seit Beginn der Militäroperation hätten Luftwaffe und Marine 435 Ziele angegriffen. Währenddessen hätten militante Palästinenser im Gazastreifen 225 Raketen auf Israel abgefeuert. Davon habe die Raketenabwehr rund 40 abgefangen.

Raketenkrieg in Nahost: Viele Tote
Ein Mädchen auf dem Weg in einen Luftschutzbunker
© REUTERS, AMIR COHEN

Militante Mitglieder der im Gazastreifen herrschenden Palästinenserorganisation Hamas haben am Abend auch weiter entfernte Städte in Israel angegriffen, darunter auch die Küstenmetropole Tel Aviv und die Hauptstadt Jerusalem.

"Die Bunker im ganzen Land sind jetzt geöffnet. Zum Teil findet Unterricht dort statt – in Jerusalem auch ein Ferienlager für Kleinkinder. Das ist natürlich eine bizarre Situation, und es ist in der Tat ein Ausnahmezustand in ganz Israel. Es sieht so aus, als würde diese Operation Grenzschutz auch noch lange anhalten. Das zumindest at Netanjahu vorausgesagt. Israel wird erst aufhören, die Hamas im Gaza-Streifen zu bombardieren, wenn keine einzige Rakete mehr auf den Süden Israels abgefeuert wird", so RTL-Reporterin Raschel Blufarb in Jerusalem.

Kinder unter den Toten

In der Küstenstadt Chadera nördlich von Tel Aviv war eine Rakete eingeschlagen. Die Stadt liegt 117 Kilometer vom Gazastreifen entfernt. Dies sei der Raketenangriff mit der bisher größten Reichweite gewesen.

Es gibt bislang keine Berichte über Opfer in Israel. Im Gazastreifen wurden nach Angaben der Rettungskräfte allein gestern 25 Menschen getötet, unter ihnen auch Kinder.

US-Präsident Barack Obama hat Israelis und Palästinenser zur Mäßigung aufgerufen: "In diesem Moment der Gefahr müssen alle Beteiligten die Unschuldigen schützen, mit Vernunft und Maß agieren, nicht mit Rache und Vergeltung", schreibt Obama in einem Beitrag für die 'Zeit'. Der US-Präsident appellierte die Konfliktparteien, jetzt mutige Entscheidungen zu treffen: "Beide Seiten müssen gewillt sein, für den Frieden Risiken in Kauf zu nehmen."

Die USA hielten weiterhin eine Zweistaatenlösung für den einzigen Weg zu dauerhaftem Frieden in Nahost. "Die einzige Lösung ist ein demokratischer jüdischer Staat, der in Frieden und Sicherheit lebt, Seite an Seite mit einem existenzfähigen, unabhängigen Palästinenserstaat", sagte Obama. Die amerikanische Unterstützung für Israel bezeichnete er dabei als nicht verhandelbar. "Ich habe es immer wieder gesagt: Weder die Vereinigten Staaten noch ich werden jemals in unserem Bekenntnis zu Israels Sicherheit und zum israelischen Volk wanken."