Sorge vor Krieg zwischen Iran und USA wächst

Raketenangriff: US-Militär tötet iranischen General Ghassem Soleimani

03. Januar 2020 - 13:37 Uhr

Donald Trump befehligte Raketenangriff als „Akt der Verteidigung“

Die USA haben im Konflikt mit dem Iran einen der ranghöchsten iranischen Generäle getötet. Ghassem Soleimani, Kommandeur der Al-Kuds-Brigaden, kam am Donnerstag (Ortszeit) bei einem US-Raketenangriff nahe dem Flughafen der irakischen Hauptstadt Bagdad ums Leben, wie die iranischen Revolutionsgarden am Freitag bestätigten. Das Pentagon in Washington übernahm die Verantwortung: Die Bombardierung sei auf Anweisung von Präsident Donald Trump erfolgt, um weitere Angriffe auf US-Kräfte zu verhindern - als "Akt der Verteidigung.

Ziel des US-Raketenangriffs: Abschreckung

ARCHIV - 18.09.2016, Iran, Teheran: Ein Foto, das von einer offiziellen Webseite des Büros des Iranischen Obersten Führers  zur Verfügung gestellt wurde, zeigt Ghassem Soleimani, der Kommandeur der iranischen Al-Kuds-Brigaden, bei einem Treffen in Te
Hoher iranischer General bei Raketenangriff im Irak getötet
© dpa, Uncredited, VS hpl hjb

Soleimani habe aktiv an Plänen gearbeitet, um amerikanische Diplomaten und Einsatzkräfte im Irak und der Region zu attackieren, hieß es zur Begründung des Angriffs. Ebenfalls getötet wurde der stellvertretende Leiter der irakischen Volksmobilisierungskräfte, Abu Mahdi al-Muhandis, wie die Medienstelle der vom Iran unterstützten Milizen erklärte. Damit wächst die Sorge vor einem Krieg zwischen den USA und dem Iran (Lesen Sie hier eine Einschätzung von RTL-Korrespondent Dirk Emmerich).

Der 62 Jahre alte Soleimani war der prominenteste Vertreter und das bekannteste Gesicht des iranischen Militärs im Ausland. Die Al-Kuds-Brigaden gehören zu den Revolutionsgarden (IRGC), einer Eliteeinheit der iranischen Streitkräfte. Soleimani tauchte sowohl im Irak als auch im benachbarten Bürgerkriegsland Syrien immer wieder an der Seite schiitischer Milizen auf, die vom Iran unterstützt werden.

Der General und die Al-Kuds-Brigaden seien verantwortlich für den Tod von Hunderten Amerikanern und Verbündeten, erklärte das Pentagon. Die US-Regierung wirft ihm vor, Angriffe auf Stützpunkte von US-Verbündeten gesteuert zu haben. "Die Vereinigten Staaten werden weiterhin alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um unser Volk und unsere Interessen überall auf der Welt zu schützen." Ziel des Raketenangriffs sei es, den Iran von künftigen Angriffen abzuschrecken.

Iran reagiert mit Rache-Ankündigung

Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei schrieb in einem Beileidsschreiben, das im iranischen Staatsfernsehen zitiert wurde: "Soleimanis Weg wird auch ohne ihn weitergeführt, aber die Kriminellen erwartet eine schwere Rache." 

Der Tod Soleimanis werde den finalen Sieg des Islams gegen die Imperialisten nicht beeinträchtigen. Außerdem erklärte Chamenei landesweit drei Trauertage. Außenminister Mohammed Dschwad Sarif twitterte: "Die Ermordung General Soleimanis war extrem gefährlich und wird zu einer Eskalation der Krise führen."