Schwangere unter den Opfern

Sechs Menschen in Indianapolis erschossen - Polizei rätselt über Motiv

Polizeieinsatz in Indianapolis (Symbolfoto)
Polizeieinsatz in Indianapolis (Symbolfoto)

25. Januar 2021 - 14:04 Uhr

Bürgermeister: "Das war ein Massenmord"

Die Polizei in Indianapolis steht vor einem Rätsel. Sechs Menschen wurden in einem Wohnhaus erschossen, darunter eine Schwangere und ihr ungeborenes Baby. Ein Minderjähriger wurde schwer verletzt. Das Motiv? Unklar. Morde wie so viele andere auch in den USA? Nein, sagt der Bürgermeister. "Was heute Morgen geschah, war kein Akt einfacher Waffengewalt. So tragisch ein einfacher Akt von Waffengewalt ist, was heute Morgen geschah, war ein Massenmord."

Junger Mann schwer verletzt im Krankenhaus

Die Opfer: Kezzie und Raymond Childs, beide 42 Jahre alt. Die 18-jährige Elijah Childs und Rita Childs (13). Und Kiara Hawkin, die 19-Jährige, die einen ungeborenen Jungen unter dem Herzen trug. Sämtliche Versuche, den Fötus zu retten, schlugen fehl.

Aufmerksam wurde die Polizei auf das schockierende Verbrechen, als sie in den frühen Morgenstunden einen jungen Mann fand, der lebensgefährliche Schussverletzungen hatte. Er kam ins Krankenhaus, wird vermutlich überleben. Sein Alter wurde nicht bekannt gegeben. Ganz in der Nähe entdeckten die Beamten dann den grausigen Tatort.

Polizeichef: "Mein Herz ist gebrochen"

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Bürgermeister Joe Hogsett (Archiv)

Die Ermittler nehmen an, dass der junge Mann bei der Massenerschießung verwundet wurde. Polizeichef Randal Taylor sagte, dass die Ermordeten Opfer von einer oder mehreren Personen angegriffen worden seien. "Mein Herz ist gebrochen. Es gibt nicht die richtigen Worte, um das zu beschreiben."

Auch Bürgermeister Joe Hogsett zeigte sich erschüttert. Ein Verbrechen mit Waffengewalt sei niemals akzeptabel, sagte er. "Aber wenn es ein Verbrechen der Leidenschaft oder Vergeltung ist, ist das eine Sache. Es ist eine ganz andere Sache für den- oder diejenigen, die den Abzug ziehen, in ein Haus zu gehen und sechs Menschen zu töten."

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2020 war das gewalttätigste Jahr in der Geschichte von Indianapolis

Die Stadt im US-Bundesstaat Indiana wird seit geraumer Zeit von einer regelrechten Gewaltwelle erschüttert. Allein in der Mordnacht ereignete sich fast ein halbes Dutzend Schießereien innerhalb von nur fünf Stunden. Mindestens sieben Menschen wurden mit Schussverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert.

Erst wenige Tage zuvor hatten die Behörden in Indianapolis Pläne zur Reduzierung der Gewaltverbrechen in der Stadt vorgestellt, nach dem gewalttätigsten Jahr in der Geschichte der Stadt im Mittleren Westen der Vereinigten Staaten. 2020 gab dort 245 Morde – ein trauriger Rekord und ein Anstieg gegenüber 2019 um 40 Prozent.

52 Tote täglich durch Schusswaffen in den USA

Das Thema Schusswaffen ist ein Dauerbrenner in den USA. Jedes Jahr kommen Tausende ums Leben, allein im Jahr 2020 waren es über 19.300, statistisch betrachtet also 52 Menschen pro Tag.