Radikaler Schritt: Essener Tafel nimmt ab jetzt keine neuen Nicht-Deutschen mehr auf

23. Februar 2018 - 12:36 Uhr

Anteil von Flüchtlingen lag bei 75 Prozent

Die Tafel in Essen nimmt künftig nur noch deutsche Kunden auf. Nach einem Bericht der 'WAZ' habe sich der Verein dazu entschlossen, weil der Anteil von Flüchtlingen bzw. nicht-deutschen Kunden mittlerweile bei 75 Prozent liege. Deshalb sei ein Aufnahmestopp verhängt worden. Die Maßnahme sei aber nur vorrübergehend, hieß es.

"Deutsche Oma" soll auch weiter zur Tafel kommen

Die Essener Tafel, die Lebensmittel an Bedürftige verteilt, hatte in den vergangenen zwei Jahren einen schleichenden Verdrängungsprozess beobachtet, wie es hieß. Dem seien vor allem ältere Tafel-Nutzerinnen und alleinerziehende Mütter zum Opfer gefallen. Entsprechend habe man jetzt die Notbremse gezogen, nachdem der Anteil der nicht-deutschen Nutzer von 35 auf 75 Prozent vor allem durch die Zahl der Flüchtlinge seit 2015 gestiegen war. Der Vorsitzende der Tafel in Essen, Jörg Sartor, wird von der Zeitung zitiert mit den Worten: "Wir wollen, dass auch die deutsche Oma weiter zu uns kommt." Insgesamt versorgt die Tafel in der Ruhrgebietsstadt 6.000 Menschen.

Gleichgewicht wieder herstellen: Ältere Nutzerinnen fühlten sich abgeschreckt

Essensausgabe bei den Tafeln
Essensausgabe bei den Tafeln. Foto: Symbolbild
© dpa, Annette Riedl, adl fux

Nachfragen der Tafel bei der bisherigen "Stammkundschaft" hätten ergeben, dass sich gerade ältere Nutzerinnen von der Vielzahl junger, fremdsprachiger Männer abgeschreckt fühlen. Das liege auch "am mangelnden Respekt gegenüber Frauen" durch einige der Männer. Jetzt möchte der Verein das Gleichgewicht zwischen den Nutzergruppen wieder herstellen.

Bereits im Dezember habe man deshalb beschlossen, nur Kunden mit deutschem Personalausweis aufzunehmen - so lange bis ein ausgeglichenes Verhältnis wieder vorhanden ist. Man wisse, es sei "ein heißes Thema" und man habe sich mit der Entscheidung durchaus schwer getan, sagte Sator der 'WAZ'. Was die Essener Tafel in ihrem Vorgehen ebenfalls bestätigt: Bisher habe es wegen der geänderten Vorgehensweise vor Ort noch keine Konflikte gegeben.