"Copygate"-Skandal eskaliert

Racing-Point-Teamchef tobt: Attacke gegen McLaren & Co.

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08. August 2020 - 12:09 Uhr

Vorwürfe sind lächerlich

Legal oder illegal "geklaut", das ist hier die Frage. Der Zoff um "Copygate" eskaliert, der Ton zwischen den Kontrahenten wird rauer. Während Ferrari, McLaren, Renault & Co. das FIA-Urteil gegen Racing Point als zu milde bewerten, platzt den Beschuldigten langsam, aber sicher die Hutschnur. Die Vorwürfe und das Urteil seien lächerlich und völlig ohne Grundlage.

"Das ist frustrierend"

Racing Point habe "2018 damit begonnen, Daten über die Bremsbelüftungen von Mercedes zu beziehen. Ganz legal. Da wurde noch nicht einmal darüber nachgedacht, diese Teile von nicht gelistet auf gelistet zu setzen", sagte Teamchef Otmar Szafnauer. "Ich schaue mir Leute wie Haas und Toro Rosso an, die seit Jahren nicht nur Daten, sondern auch ganze Bremsbelüftungen und Designs beziehen. Bei denen soll es okay sein, bei uns aber nicht? Das ist frustrierend."

Vor allem die Attacken von McLaren-Geschäftsführer Zak Brown – Racing Point habe den Mercedes der Vorsaison nur aufgrund von Fotos nachgebaut, sei "Bullshit" – bringen Szafnauer zur Weißglut. "Für Zak Brown ist das Bullshit, weil er kein Ingenieur ist. Er hat keine Ahnung, wovon er spricht. Null. Ich bin überrascht, wie wenig er über die Regeln der Formel 1 weiß. Mir scheint, er weiß mehr über historische Rennen als über die Formel 1."

Racing Point geht womöglich in Berufung

Ob nun Racing Point seinerseits das Urteil anficht, ist noch unklar. Eine klare Güterabwägung – wie man so schön sagt. "Vielleicht sollten wir eine Berufung alleine schon deswegen in Betracht ziehen, um unseren Namen reinzuwaschen. Wir haben absolut nichts falsch gemacht und die Regeln eingehalten", so der Teamchef. Allerdings wäre es möglich, dass "die Rechtsanwälte dann unterm Strich mehr kosten als die Strafe ausmacht. Das muss man sich gut überlegen."

Apropos Berufung: Auch Ferrari, McLaren, Renault und Williams haben diesen Schritt angekündigt. Die vier F1-Teams haben eine entsprechende Absicht erklärt, gegen die Entscheidung der Rennkommissare vorzugehen.

Dies wurde am Samstag vor dem letzten Training zum zweiten Grand Prix in Silverstone bekanntgegeben. Die Streitparteien haben 96 Stunden Zeit, eine mögliche Beschwerde zu belegen und offiziell einzureichen.