Rach deckt auf: Die große Lüge mit dem Kochschinken

09. Juli 2013 - 10:21 Uhr

„Ich finde, dass ist schlichtweg eine Katastrophe“

In der neuen Doku-Reihe "Rach deckt auf" macht sich Sternekoch Christian Rach auf den Weg, um Zuschauerfragen zu beantworten. Eine Zuschauerfrage beschäftigt sich mit der Herkunft des Kochschinkens. Wo kommt der eigentlich her und warum sieht er immer gleich aus?

Sternekoch Christian Rach macht sich auf den Weg nach Köln, dorthin führt ihn eine seiner Zuschauerfragen. Dieter Bochonek hat sich an Rach gewandt, da er wegen des Kochschinkens aus dem Supermarkt verunsichert ist: "Wo kommt der Schinken her und warum sieht er genauso aus wie er aussieht. Werden die Schweine so gewachsen?", möchte er wissen. "Eine sehr gute Frage" findet der Profikoch und macht sich aus dem Weg, um des Rätsels Lösung zu finden.

Seine erste Station, auf dem Weg seiner Recherche, führt Christian Rach in eine Metzgerei. Holger Kleinjung ist Metzgermeister und will Rach verraten, wie bei manchen Industrieprodukten bei der Schinkenherstellung gepfuscht wird. Die Klassische Schinkenherstellung beginnt mit einer Schweinekeule, die zurecht geschnitten, mit Salzlauge bespritzt, Aromen zugefügt und gegart wird. Die Abschnitte kommen für 36 Stunden in eine Poltermaschine, werden anschließend in Form gepresst und vier Stunden gekocht: zwei Tage später gibt es Kochschinken. Doch was ist mit dem Schinken aus dem Supermarkt? Die Fleischreste die bei der Schinkenproduktion entstehen, kommen in die Wurstproduktion. Doch die Industrie klebt genau diese Fleischreste zu einem neuen Schinken zusammen und tut einfach so, als wäre dieser Schinken so gewachsen. "Ich finde, das ist schlichtweg eine Katastrophe. Da wird einfach gepfuscht. Da wird dem Verbraucher suggeriert, du bekommst einen Kochschinken und es ist gar kein Kochschinken", kritisiert Metzger Kleinjung.

Christian Rach und Holger Kleinjung machen den Test und versuchen mit dem Enzym Transglutaminase - welches bei der industriellen Herstellung verwendet wird - aus verschiedenen Schinkenstücken einen Schinken herzustellen. Das Ergebnis ist überraschend: der geklebte Schinken sieht sogar natürlicher aus, als der natürlich gewachsene.

„Die Endverbraucher werden für dumm verkauft“

Christian Rach will es genau wissen und geht von Haus zu Haus, zum direkten Verbraucher. Mit einem Leuchtbrett macht er den Schinkentest – damit wird zusammengefügter Schinken sichtbar. Sternekoch Rach trifft auf Ehepaar Tangermann, die beiden lieben Schinkenprodukte aus dem Supermarkt und sind vom Ergebnis des Schinkentests entsetzt: "Ich finde das Betrug am Kunden, weil wenn nichts draufsteht, gehe ich davon aus, dass das auch im Ganzen geschnitten wird. Die Endverbraucher werden für dumm verkauft", sagt der geschockte Herr Tangermann.

Auch bei anderen Verbrauchern fällt der Schinkentest positiv aus: Alle haben zusammengesetzten Schinken aus dem Supermarkt gekauft und sind fassungslos über das Resultat. "Wenn man so etwas dann sieht, sollte es einem nicht mehr schmecken", gibt eine Verbraucherin zu. Zwar ist der künstlich zusammengeklebte Schinken nicht schädlich, doch dank der Hilfe von "Rach deckt auf" werden die Verbraucher mit den fragwürdigen Herstellungsmethoden und der mangelhaften Auskunft auf den Verpackungen von Kochschinken konfrontiert.