R+V Versicherung: Geschäftseintrübung wegen Corona-Krise

Eine Fahne mit dem Logo "R+V" vor der Firmenzentrale des Versicherungs-Unternehmens. Foto: Andreas Arnold/dpa/Archivbild
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30. März 2020 - 14:00 Uhr

Die R+V-Versicherung rechnet mit einer spürbaren Eintrübung des Geschäfts wegen der Corona-Krise. Die Höhe der erwarteten Ausfälle im Jahr 2020 könne noch nicht beziffert werden, sagte Vorstandschef Norbert Rollinger am Montag in einer Telefonkonferenz. Sicher sei jedoch, dass der Wachstumskurs der vergangenen Jahre empfindlich belastet werde.

Das Wiesbadener Unternehmen habe zwar 2019 sehr erfolgreich abgeschlossen und sei auch mit einem starken Neugeschäft mit einem Beitragsplus von 11,1 Prozent in der Erstversicherung in den beiden ersten Monaten ins Jahr 2020 gestartet. Er rechne aber damit, dass sich diese Entwicklung deutlich abschwächen werde, erklärte der Manager. Es gebe bereits einen Rückgang des Anrufvolumens um bis zu 20 Prozent. Die Beitragsfreistellungen, die die Versicherung ihren Kunden anbietet, werde den Umsatz zusätzlich schmälern.

Die zu den Volks- und Raiffeisenbanken gehörende R+V-Versicherung ermöglicht wegen der Corona-Krise mehrmonatige zinslose Stundungen für alle Sparverträge zum Vermögens- und Vorsorgeaufbau. Krankenvollversicherte können ihren Vertrag in einen Tarif mit geringeren Leistungen umstellen, KfZ-Firmenkunden eine beitragsfreie Ruheversicherung beziehen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hatten die Wiesbadener im deutschen Erstversicherungsgeschäft einen Beitragszuwachs von 6,1 Prozent auf rund 15 Milliarden Euro erzielt. In der Gruppe legten die Beitragseinnahmen im Jahresvergleich um 8,4 Prozent auf 18,3 Milliarden Euro zu. Insgesamt wurde nach Angaben des Managements in allen Segmenten ein Wachstum von mindestens fünf Prozent erzielt. Die Zahl der Kunden stieg um rund 200.000 auf insgesamt 8,8 Millionen.

Quelle: DPA