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Qunu: Nelson Mandela im Familiengrab beerdigt

Qunu: Nelson Mandela im Familiengrab beerdigt

"Nicht nur ein Verlust für Südafrika, sondern für die ganze Welt"

Südafrikas Nationalheld Nelson Mandela ist zehn Tage nach seinem Tod im Familiengrab in seinem Heimatdorf Qunu beerdigt worden. Dies berichtete die südafrikanische Nachrichtenagentur Sapa. Der charismatische Kämpfer gegen das Apartheid-System wurde bei einem Staatsbegräbnis mit Angehörigen und etwa 400 Ehrengästen zur letzten Ruhe geleitet.

Mandela, Qunu, Südafrika
Rund 4.500 Ehrengäste aus aller Welt nahmen an der Trauerfeier in Mandelas Heimatdort Qunu teil.
REUTERS, HANDOUT

Zuvor hatten rund 4.500 Ehrengäste aus aller Welt bei einer bewegenden Trauerfeier Abschied von Madiba genommen. "Das ist nicht nur ein Verlust für Südafrika, sondern für die ganze Welt", sagte die Präsidentin Malawis, Joyce Banda.

Mandelas Sarg, bedeckt mit der südafrikanischen Flagge, war mit militärischen Ehren und begleitet von Blasmusik zum Festzelt in dem Dörfchen im Südosten des Landes gebracht worden. Dort stand auf der Bühne ein überlebensgroßes Porträtbild Mandelas, davor 95 große weiße Kerzen - für jedes Lebensjahr eine. Dem Sarg am nächsten saßen Südafrikas Präsident Jacob Zuma, Mandelas Ehefrau Graca Machel und seine Ex-Frau Winnie Madikizela-Mandela.

Unter den Ehrengästen waren zahlreiche Staatsgäste, etwa der iranische Vizepräsident Mohammed Schariatmadari, der ehemalige norwegische Ministerpräsident Jens Stoltenberg und Frankreichs Ex-Premierminister Lionel Jospin.

Mandela habe mit seinem Charakter, seiner "Bescheidenheit und Führungsstärke" ihr eigenes Leben tief geprägt, sagte Banda weiter. Präsident Zuma würdigte das politische Vermächtnis Mandelas für eine "neue Gesellschaft, ein neues Südafrika", das "aus der Asche des Apartheidsystems" hervorgehen müsse. Noch sei das Werk nicht vollbracht. Südafrika brauche nicht nur die politische Freiheit, sondern müsse auch von Kriminalität, Gewalt und Armut befreit werden.

Enge Weggefährten Mandelas wie Ahmed Kathrada, der 26 Jahre gemeinsam mit ihm im Gefängnis gesessen hatte, schilderten mit tränenerstickter Stimme ihren Schmerz über den Verlust.

Nach Qunu gereist waren auch Repräsentanten mehrerer Königshäuser - wie der britische Thronfolger Prinz Charles - und Prominente wie der amerikanische Bürgerrechtler Jesse Jackson und die US-Moderatorin Oprah Winfrey. Auch der südafrikanische Erzbischof Desmond Tutu nahm an der Trauerfeier teil. Der 82 Jahre alte Geistliche hatte zunächst bedauernd erklärt, zu seiner Überraschung sei er nicht zum Begräbnis seines Freundes eingeladen worden.

Neben den beiden Söhnen und seiner Tochter begraben

Zu der Beisetzung selbst hatten zunächst weder Gäste noch Journalisten zugelassen sein sollen. Zum Ende der rund vierstündigen Trauerfeier sagte ANC-Vizeparteichef Cyrik Ramaphosa dann allerdings, dass Staatsgäste, ausgewählte südafrikanische Minister, ANC-Politiker und Militärs sowie andere Ehrengäste doch teilnehmen dürften.

Dabei sollten alte Rituale des Xhosa-Volkes vollzogen werden, damit "Mandelas Geist seinen Frieden findet", hieß es. Da Mandela methodistischer Christ war, sollte die Beerdigungszeremonie auch christliche Elemente enthalten. Er wird neben seinen beiden Söhnen Thembekile und Makgatho sowie seiner ersten Tochter Makaziwe begraben werden.

Am Samstag hatten Tausende Menschen die Straßen gesäumt, als Mandelas Sarg im Konvoi vom Flughafen Mthatha nach Qunu gebracht wurde. Zuvor hatten in der Hauptstadt Pretoria Zehntausende Menschen Abschied von Mandela genommen. Sie standen stundenlang Schlange, um zumindest für einen kurzen Moment bei ihrem im teils gläsernen Sarg aufgebahrten Nationalidol innehalten zu können.

Paris erwies Mandela am Wochenende mit einer spektakulären Aktion am Eiffelturm die letzte Ehre. An dem Wahrzeichen der französischen Hauptstadt wurde die fünf Meter hohe Leuchtschrift "NELSON MANDELA 1918-2013" angebracht. Dazu gab es Scheinwerferlicht in den südafrikanischen Nationalfarben. Für heute waren zudem alle Pariser und Touristen aufgerufen, mit Kerzen zum Platz der Menschenrechte gegenüber dem Eiffelturm zu kommen. Die Lichter sollten dann um 17.30 Uhr alle zusammen entzündet werden.