"Es ist schrecklich, einfach schrecklich"

Anwohner fassungslos: Zwei Hektar großes Waldstück in Quickborn einfach abgeholzt

15. Januar 2021 - 15:13 Uhr

Unerlaubter Kahlschlag

"Es ist schrecklich, einfach schrecklich. Sehen Sie sich das an, was hier passiert ist. Es ist unglaublich", sagt Quickborns Bürgermeister Thomas Köppl (CDU) in unserem RTL-Interview. Denn im schleswig-holsteinischen Quickborn fehlt auf einmal ein ganzes Waldstück. Wie es jetzt dort aussieht und was vorgefallen ist, erklären wir im Video.

Wald-Eigentümer vermutlich falsch beraten

Gerodetes Waldstück in Quickborn.
Gerodetes Waldstück in Quickborn.
© RTL Nord

Warum das zwei Hektar große Waldstück gerodet wurde, wird jetzt ermittelt. Quickborns Bürgermeister Thomas Köppl vermutet, dass der Eigentümer des Waldstücks von einem Forstunternehmen absichtlich falsch beraten worden sein könnte, um aus dem Auftrag mehr Geld rausholen zu können. Ein Teil des gefällten Holzes wurde auch schon von dem Unternehmen abtransportiert, den Rest konnte die Stadt beschlagnahmen.

Quickborner sind geschockt

Das Waldstück in Quickborn vor der Abholzung.
Das Waldstück in Quickborn vor der Abholzung.
© privat

Anwohnerinnen konnten die Rodung, die zwischen Weihnachten und Neujahr letzten Jahres stattfand, beobachten: "Wir hatten erst noch gehofft, dass das eine Abholzaktion, also Totholz-Entfernen ist. Aber nach dem zweiten Tag, an dem wirklich Tempo gemacht wurde ohne Ende von diesem Forstbetrieb, war mir klar: Das ist kein Ausholzen mehr", sagt Anwohnerin Tanja H.. Die Anwohner sind sauer, dass der Baumfrevel nicht von der Stadt verhindert wurde. Bürgermeister Thomas Köppl geht aber davon aus, dass die Abholzung extra zwischen den Feiertagen durchgeführt wurde: "Damit wir keinen erreichen können und keiner einschreiten kann."

Höchststrafe von 50.000 Euro

Der Grundstückseigentümer hat inzwischen eine Wiedergutmachung versprochen und will nicht nur die zwei Hektar, sondern noch mehr Flächen in Quickborn aufforsten lassen. Auch das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume ermittelt in dem Fall und steht in Kontakt mit dem Forstbetrieb, der die Abholzung durchgeführt hat. Die Rodung kann, dem Landesamt-Sprecher zufolge, mit einem Höchstsatz von 50.000 Euro bestraft werden. Der Schaden für die Quickborner ist damit aber nicht aufgehoben, denn es wird Jahrzehnte dauern, bis ein neuer Wald gewachsen ist.