Protest gegen Corona-Maßnahmen

Querdenker-Autos fahren durch Deutschlands Großstädte

06.03.2021, Hamburg: Gegendemonstranten auf Fahrrädern reißen Plakate von Autos ab. Mit den Autos demonstrieren Menschen gegen die Corona-Maßnahmen. Einige Hundert Fahrzeuge nahmen an dem Autokorso durch die Hansestadt teil. Foto: Ulrich Perrey/dpa +
Gegner der Corona-Politik haben sich erneut Leipzig ausgesucht, um ihrem Unmut Luft zu machen.
wst, dpa, Ulrich Perrey

Corona-Proteste in Leipzig, München und Nürnberg

Gegner der Corona-Politik haben sich erneut Leipzig ausgesucht, um ihrem Unmut Luft zu machen. Doch ihre Autokolonnen fallen kleiner aus als erwartet. Und auf den Routen postieren sich radelnde Gegendemonstranten. Auch in München und Nürnberg demonstrierten Menschen mit Autokorsos gegen geltende Corona-Maßnahmen.

Gegenprotest unter dem Motto „Querdenken ausbremsen“

06.03.2021, Hamburg: Mit Plakaten und Schildern an ihren Autos demonstrieren Menschen gegen die Corona-Maßnahmen. Einige Hundert Fahrzeuge nahmen an dem Autokorso durch die Hansestadt teil. Foto: Ulrich Perrey/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Mit Plakaten und Schildern an ihren Autos demonstrieren Menschen gegen die Corona-Maßnahmen.
wst, dpa, Ulrich Perrey

Der Protest von Gegnern der Corona-Politik ist in Leipzig viel kleiner ausgefallen als angekündigt. Zugleich stießen die Autokolonnen aus mehreren Städten Sachsens und Sachsen-Anhalts am Samstag auf breiten Widerstand. Hunderte Demonstranten waren auf Fahrrädern in der Stadt unterwegs, um sich auf und entlang der Routen zu postieren. Die Polizei schätzte die Teilnehmer der verschiedenen Aktionen unter dem Motto „Querdenken ausbremsen“ auf mehr als 1.000. Nach Blockaden auf einer der Routen musste einer der Autokorsos mit etwa 160 Fahrzeugen umgeleitet werden - er war erst mit mehr als zweistündiger Verspätung im Stadtteil Grünau gestartet.

In der Stadt waren für Samstag rund 1.000 Fahrzeuge in mehreren Autokorsos angemeldet worden. Doch letztlich konnten die Initiatoren weit weniger Unterstützer mobilisieren. Die Polizei sprach von etwa 350 Autos. Sie waren in Begleitung der Polizei unter anderem aus Naumburg, Dresden und Limbach-Oberfrohna (Landkreis Zwickau) nach Leipzig gefahren. An ihre Autoscheiben hatten sie Plakate geheftet, auf denen sie ihren Unmut etwa gegen die Impfungen äußerten. Laut Polizei hatten mehrere Teilnehmer an dem Startpunkt in Leipzig-Grünau ihre Autokennzeichen abgeklebt. Dagegen seien die Einsatzkräfte vorgegangen, hieß es.

Autokorso teils mit Gewalt verhindert

06.03.2021, Sachsen, Leipzig: Ein großes Polizeiaufgebot sichert einen Autokorso von Kritikern der Corona-Maßnahmen. In einem unübersichtliche Demonstrationsgeschehen sind zahlreiche Autokorsos mit hunderten Fahrzeugen aus Dresden, Zwickau und einige
Die Polizei kontrollierte die Zufahrtswege nach Leipzig.
woi bsc, dpa, Jan Woitas

Nach heftigem Gegenprotest war ein solcher Autokorso am Vormittag in Halle beendet worden. Etwa 100 Menschen verhinderten teils mit Gewalt, dass sich die Fahrzeuge in der Stadt überhaupt versammeln konnten, wie eine Sprecherin der Polizei Halle mitteilte. Die Polizei habe „Maßnahmen“ gegen die Gegendemonstranten ergriffen. Auf beiden Seiten sei es zu Sachbeschädigungen gekommen, hieß es. Ein weiterer Konvoi in Plauen wurde laut Polizei vom Veranstalter am Vormittag abgesagt. Hierfür waren der Versammlungsbehörde rund 200 Teilnehmer avisiert worden. Wegen der hohen Corona-Inzidenz im Vogtland war für ihn nur eine Strecke in der Region genehmigt worden.

In Leipzig hatte ein Bündnis aus Vereinen, Initiativen, Parteien und Gewerkschaften dazu aufgerufen, sich den Gegnern der Corona-Maßnahmen entgegenzustellen. Aus verschiedenen Stadtteilen hatten sich Demonstranten per Fahrrad und Motorrad auf ins Zentrum zu einer Kundgebung auf dem Augustusplatz gemacht. Irena Rudolph-Kokot vom Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ zeigte sich sehr zufrieden mit der Resonanz. Der Zustrom sei so groß gewesen, dass Teilnehmer weggeschickt werden mussten. Sie sprach von mehr als 1500 Menschen.

Proteste auch in Nürnberg und München

06.03.2021, Hamburg: Schilder gegen eine Impfpflicht und gegen Bundeskanzlerin Merkel hängen an einem Auto bei einem Autokorso gegen die Corona-Maßnahmen. Einige Hundert Fahrzeuge nahmen an dem Autokorso durch die Hansestadt teil. Foto: Ulrich Perrey
Schilder gegen eine Impfpflicht und gegen Bundeskanzlerin Merkel hängen an einem Auto.
wst, dpa, Ulrich Perrey

Auch in München und Nürnberg haben Menschen mit Autokorsos gegen die geltenden Corona-Maßnahmen demonstriert. In Nürnberg seien am Samstagnachmittag knapp 130 Fahrzeuge unterwegs gewesen, teilte die Polizei Mittelfranken am Samstag mit. In der Landeshauptstadt zählte die Polizei knapp 140 Teilnehmer in über 80 Wagen. Beide Korsos verliefen ohne größere Zwischenfälle, örtlich kam es vorübergehend zu Verkehrsbehinderungen.

dpa/RTL