Rückblick auf ein bewegtes Leben

Queen Elizabeth feiert 70. Thronjubiläum: Wichtige Momente ihrer Regentschaft

Queen Elizabeth blickt auf viele bewegte Momente in ihrem Leben zurück
Queen Elizabeth blickt auf viele bewegte Momente in ihrem Leben zurück
nwi cul alf, dpa, Chris Jackson

Seit sage und schreibe 70 Jahren ist Queen Elizabeth (96) das Oberhaupt der britischen Königsfamilie und regiert das Land mit stoischer Willenskraft und eiserner Stärke. In ihrer langen Regentschaft hat sie einige Schlüsselmomente erlebt, die sie und das Land für immer geprägt haben.

Elizabeths Krönung - 1953

Elizabeths Krönungszeremonie, die in der Westminster Abbey stattfand, war die erste, die live im Fernsehen übertragen wurde. Rund 27 Millionen Menschen im Vereinigten Königreich (bei einer Gesamtbevölkerung von 36 Millionen) sahen sich die Zeremonie an, und weitere elf Millionen hörten im Radio zu. Danach säumten etwa drei Millionen Menschen die Strecke, als die Königin und ihr Gefolge ihre langsame Prozession zurück zum Buckingham Palast machten.

Erster Staatsbesuch in Deutschland - 1965

Mitten in einem Jahrzehnt, das von sozialen und politischen Veränderungen geprägt war, hielt sich die Königin an einen vollen Terminkalender diplomatischer Aufgaben, einschließlich eines zehntägigen Besuchs in der Bundesrepublik Deutschland (bzw. Westdeutschland). Es war der erste offizielle Besuch eines Mitglieds der britischen Königsfamilie seit 1913. Die Reise der Queen markierte den 20. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs und sollte dazu beitragen, die Aussöhnung zwischen den beiden Ländern zu symbolisieren.

Minen-Unglück in Wales - 1966

Es war ein gewöhnlicher Tag in Aberfan, Wales, aber er endete mit einer Katastrophe: Am 21. Oktober 1966 löste sich eine 34 Meter hohe Halde, rutschte den Berg Merthyr hinab bis ins Bergarbeiterdorf und verschüttete dort Häuser und eine Grundschule. Die Folge: 144 Menschen starben, 116 davon Kinder.

Dass die Queen nicht persönlich kam, warfen ihr viele Waliser vor. Die Royals standen vor einem Skandal. Erst acht Tage nach dem Unglück besuchte Elizabeth die Menschen in Aberfan. Als die Monarchin vor Ort ihr Beileid zum Ausdruck brachte und ihr dabei einige Tränen das Gesicht herunter kullerten, war das Volk wieder besänftigt. Es sei eines der wenigen Male gewesen, dass die Queen in der Öffentlichkeit geweint habe. Laut Insidern bereue sie bis heute, damals nicht früher nach Aberfan gereist zu sein.

Silbernes Thronjubiläum - 1977

Am 7. Juni fuhr Elizabeth mit Ehemann Philip in der Krönungskutsche vom Buckingham Palace zur St. Paul’s Cathedral, um ihr 25-jähriges Thronjubiläum offiziell zu feiern. Die Königin wiederholte ihr vor langer Zeit geschworenes Versprechen, ihr Leben dem Dienst zu widmen, und sagte: „Obwohl dieses Gelübde abgelegt wurde, als ich noch grün hinter den Ohren war, bereue ich es nicht und ziehe kein Wort davon zurück.“

Charles und Dianas Hochzeit - 1981

Am 29. Juli 1981 schalteten schätzungsweise 750 Millionen Menschen in 74 Ländern auf der ganzen Welt ein, um zu sehen, wie Prinz Charles, Elizabeths ältester Sohn, Lady Diana Spencer in der St. Paul’s Cathedral das Ja-Wort gab. Die Romanze zwischen dem britischen Thronfolger und der jungen Britin hatte massive Medienaufmerksamkeit erregt, und ihre verschwenderische Hochzeit galt als „Hochzeit des Jahrhunderts“. Aber die Ehe stand von Anfang an unter keinem guten Stern, wie später bekannt wurde.

'Annus Horribilis' - 1992

Denn die Beziehung von Charles und Diana verschlechterte sich zusehends von Jahr zu Jahr. 1992 gaben sie die Entscheidung bekannt, sich zu trennen. Prinz Andrew, der zweite Sohn der Königin, und seine Frau Sarah Ferguson trennten sich ebenfalls, während die Queen-Tochter Anne sich von ihrem Ehemann Mark Phillips scheiden ließ. Ende des Jahres brach in Schloss Windsor ein Feuer aus, das mehr als 100 Zimmer zerstörte. In einer Rede anlässlich des 40. Jahrestages ihres Thronjubiläums bemerkte die britische Königin, dass 1992 „sich als ‚Annus Horribilis‘ erwiesen hat“, lateinisch für „ein schreckliches Jahr“.

Prinzessin Diana’s Tod - 1997

Die öffentliche Kritik an der königlichen Familie wurde nach der Scheidung von Charles und Diana im Jahr 1996 und insbesondere nach Dianas Tod bei einem Autounfall in Paris im folgenden Sommer intensiver. Die Königin blieb zunächst auf ihrem Anwesen in Balmoral (Schottland) und weigerte sich, die Flagge über dem Buckingham Palast auf Halbmast hissen zu lassen oder sich persönlich an die trauernde Nation zu wenden.

Auf Drängen ihrer Berater änderte sie bald ihre Haltung zur Flagge, kehrte nach London zurück, um Trauernde zu begrüßen und hielt eine seltene Fernsehansprache an eine Nation, die durch den Verlust der „Volksprinzessin“ am Boden zerstört war.

Goldes Thronjubiläum - 2002

Die Feierlichkeiten zum 50. Thronjubiläum der Queen wurden durch einen doppelten Verlust überschattet, weil ihre jüngere Schwester, Prinzessin Margaret, und ihre Mutter, Queen Mum, innerhalb weniger Wochen starben. Als erste britische Monarchin seit Königin Victoria, die ein goldenes Jubiläum feierte, reiste Elizabeth in diesem Jahr mehr als 40.000 Meilen, darunter Besuche in der Karibik, Australien, Neuseeland und Kanada. Sie besuchte damals auch 70 Städte und Gemeinden in 50 Grafschaften im Vereinigten Königreich.

Geburt von Prinz George - 2013

Im Juli 2013 begrüßte die Queen einen neuen Urenkel, Prinz George Alexander Louis von Cambridge, das erste Kind von Prinz William und Herzogin Kate. Als Dritter in der Erbfolge nach seinem Großvater (Prinz Charles) und seinem Vater wird erwartet, dass George eines Tages König wird. Seine Geburt war das erste Mal seit Victorias Herrschaft, dass drei Generationen direkter Erben des britischen Throns gleichzeitig lebten.

Harrys und Meghans Hochzeit - 2018

Vermutlich symbolisierte kein anderes Ereignis während Elizabeths 70-jähriger Regierungszeit die sich modernisierende Monarchie mehr als die Hochzeit von Prinz Harry mit Meghan Markle, einer geschiedenen amerikanischen Schauspielerin. Obwohl die Königin den beiden laut Insidern ihre schnelle Zustimmung gab, wurde die Beziehung zwischen dem Paar und den britischen Medien – sowie dem Rest der königlichen Familie – nach der Heirat im Mai 2018 immer angespannter. Anfang 2020 gaben der Herzog und die Herzogin von Sussex bekannt, dass sie von ihrer Rolle als hochrangige Royals zurücktreten würden. Seitdem leben sie mit ihren beiden Kindern, Archie und Lilibet Diana, in Kalifornien.

Tod von Prinz Philip - 2021

Ein Jahr vor ihrem 70. Thronjubiläum musste Queen Elizabeth den wohl schwersten Schicksalsschlag ihres Lebens verkraften.

Am 9. April 2021 starb ihr Ehemann Prinz Philip im Alter von 99 Jahren. Das royale Paar war 73 Jahre lang verheiratet und hatte vier Kinder. Philip war für Elizabeth der „Fels“ in ihrem Leben, er unterstütze seine Frau bei ihren königlichen Pflichten und hielt die Familie im Hintergrund zusammen. Seine Beerdigung fand am 17. April 2021 statt. Aufgrund von Coronavirus-Einschränkungen wurden nur 30 Gäste eingeladen. Fotos, auf denen die Königin allein in der St. George's Chapel sitzt, waren für viele ein Symbol ihrer Einsamkeit und Trauer. (tma)

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