Nächstes Alpenveilchen für Ferrari

Qualifying: Regengott Hamilton spricht ein Machtwort

11. Juli 2020 - 20:24 Uhr

Hamilton auf Pole, Vettel schlägt Leclerc - immerhin

Roter Gurkensalat steht in Spielberg auch weiter auf der Speisekarte. Im verregneten Qualifying zum Großen Preis der Steiermark schaffte es Sebastian Vettel zwar erstmals in 2020 in Q3 und geht von Startplatz 10 ins zweite Saisonrennen, Teamkollege Charles Leclerc hingegen kam nicht über Platz 11 hinaus. Maß aller Dinge war – aller Setup-Probleme zum Trotz – Lewis Hamilton. In 1.19,702 Minuten peitschte der Weltmeister seinen "Schwarzpfeil" auf die Pole Position – mit 1,2 (!) Sekunden Vorsprung auf den Zweiten Max Verstappen im Red Bull.

Hamilton der Wasser-Pistolero

Nachdem das 3. Freie Training dem alpinen Starkregen zum Opfer fiel, konnte die Pole-Hatz erst mit 45 Minuten Verspätung starten. Da der Red-Bull-Ring eher einem Schwimmbad glich, fuhren natürlich alle Piloten sowohl in Q1 als auch Q2 mit Full Wets raus – und haben damit für das Rennen am Sonntag (15.10 Uhr live bei RTL im TV und auf TVNOW) freie Reifenwahl, sollte es trocken sein.

Schon früh zeigte sich, dass Mercedes auch im Regen die Hosen anhat. Vor allem Hamilton präsentierte seine Fahrkünste unter erschwerten Bedingungen und knallte eine Zauberzeit nach der anderen aus der Wasserpistole – von Setup-Problemen aus den Freitags-Sessions keine Spur. "Das war unglaublich. Ich fühle, dass ich zurück bin", funkte Dominator Hamilton in die Box.

Im Video: 1,2 Sekunden Staunen bei Mercedes-Motorsportchef Wolff

Verstappens letzter Angriff endet im Planschbecken

In Sachen Pace konnte dem Briten, der vor einer Woche beim Grand Prix von Österreich das Podest verpasst hatte, bei seinem Monster-Comeback keiner das Wasser reichen. Verstappens Last-Second-Angriff auf Hamilton endete in der Auslaufzone – der Holländer wollte zu viel und endete kurz vor Schluss im Planschbecken jenseits der Kerbs.

Mercedes-Kollege Valtteri Bottas landete mit mehr als 1,4 Sekunden Rückstand nur auf Platz vier. Dritter wurde Carlos Sainz, der die Topform von McLaren bestätigte.

Im Video: König, Wasser und Danner arbeiten Regen-Thriller auf

Vettel: "Einfach zu wenig heute"

"Insgesamt waren wir nicht schnell genug, ganz einfach, am Ende hat es wieder stärker geregnet, es gab Aquaplaning, es war einfach zu wenig heute", sagte Vettel, der sich für Platz 10 kaum mehr kaufen konnte als für Startplatz 11 am vergangenen Wochenende. Vettel und Hamilton trennten am Ende fast 2,4 Sekunden. Vielleicht ist der klitzekleine Sieg gegen den Monegassen aber zumindest ein bisschen Balsam auf Vettels Wunden.

Und für Leclerc kam es noch bitterer. Wegen einer Behinderung von Daniil Kwjat im Alpha Tauri wurde er auch noch mit einer Startplatzstrafe belegt und geht von Platz 14 ins Rennen.

Im Video: Das sagt Sebastian Vettel zu seinem Abschneiden im Qualifying

Perez schmiert ab bei Russell-Premiere

Erstmals in Q2 schaffte es Williams-Pilot George Russell. Davon nur träumen konnte Sergio Perez. Für den Racing-Point-Mann, im 2. Freien Training überraschend Dritter, war schon nach dem ersten Quali-Abschnitt Feierabend.

"Wir haben uns unheimlich schwer getan, die richtige Reifentemperatur hinzukriegen. Jetzt müssen wir von hinten kämpfen, das wird eine große Herausforderung", so der Mexikaner.