Quali-Reform stinkt Mercedes: Niki Lauda findet Änderungen unnötig

Niki Lauda, Toto Wolff, Mercedes
Niki Lauda und Toto Wolff halten herzlich wenig von der Reform des F1-Qualifyings.
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Dass viele Protagonisten in der Formel 1 kein Freund der neuen Qualifying-Regeln sind, war schon vorher bekannt, nun haben die Mercedes-Verantwortlichen aber drastische Worte gefunden, um die Reform an den Pranger zu stellen.

Wenn am Samstag in Melbourne das erste Qualifying der Saison startet, wird es spannend: Wer hat sich für die 'Reise nach Jerusalem' die beste Taktik zurecht gelegt? Bleibt alles bei den alten Kräfteverhältnissen, oder spült die Regel-Revolution plötzlich die kleinen Teams nach vorne?

Das Prozedere klingt auf den ersten Blick recht kompliziert: In den Abschnitten Q1 bis Q3 scheiden in 90-Sekunden-Takt die langsamsten Fahrer aus. Die heiße Phase beginnt in Q1 nach sieben Minuten Fahrzeit, in Q2 geht die Zeitenjagd von 15 verbleibenden Piloten nach sechs Minuten los, in Q3 kämpfen nur noch acht Fahrzeuge um die Pole-Position.

Von den Neuerungen versprachen sich die Regelhüter mehr Action, Spannung und vor allem mehr Autos auf der Strecke - ein Schuss, der laut Toto Wolff gehörig nach hinten losgegangen ist. "Alle 90 Sekunden fliegt einer raus, was natürlich im letzten Qualifyingdrittel zur Konsequenz hat, dass du sofort mit dem neuen Reifen rausfahren musst, um nicht rauszufliegen", sagte der Mercedes-Teamchef im ORF: "Das könnte bedeuten, dass in den letzten acht Minuten kein Auto mehr auf der Strecke ist. Weil du hast ja dann nur noch den gebrauchten Reifen."

Einmal in Fahrt gekommen, fand Wolff drastische Worte, um die Reform infrage zu stellen. "Manchmal muss man sich schon an den Kopf greifen. Es ist wirklich chaotisch. Man kann kaum glauben, dass das ein globaler Sport ist. Wir haben jetzt eine Minute vor zwölf nochmals die Regeln verändert", so der Österreicher, dem sein Landsmann Niki Lauda zur Seite springt: "Wie blöd sind wir alle? Es war eigentlich alles in Ordnung in der Vergangenheit", meint der Aufsichtsrats-Vorsitzende der Silberpfeile.