Putzpartikel im Fruchtgummi - Mann gewinnt Rechtsstreit gegen Haribo

Ein Colafläschchen von Haribo ist für einen Mann aus Bielefeld zum Verhängnis geworden.
Ein Colafläschchen von Haribo ist für einen Mann aus Bielefeld zum Verhängnis geworden.
© dpa, Martin Gerten

23. Mai 2013 - 18:43 Uhr

Colafläschchen zerstörte zwei Zähne

Der Biss in ein Colafläschchen von Haribo hat für einen Mann aus Bielefeld schwerwiegende Folgen gehabt. Der 44-Jährige erwischte einen Fremdkörper im Fruchtgummi, so dass zwei Zähne überkront werden mussten. Das Oberlandesgericht verurteilte den Bonner Süßwarenhersteller deshalb zu 2.000 Euro Schmerzensgeld. Auch die Zahnbehandlung des Opfers muss Haribo zahlen.

Ein Gutachter stellte vor Gericht fest, dass es sich bei der Verunreinigung um Putzpartikel von einer Wand oder Decke handelte. Dass die Fremdkörper erst kurz vor dem Verzehr ins Fruchtgummi gelangt sein könnten, schloss der Diplom-Biologe aus. Die Partikel und ihre Poren seien von der Gelatine komplett umhüllt gewesen. Dies sei ein klarer Beleg dafür, dass sich die Stoffe während der Produktion ins Colafläschchen gemischt hätten.

"Herstellungsfehler passieren immer wieder"

In der mündlichen Verhandlung wiesen Richter und Gutachter darauf hin, dass es in der Lebensmittelproduktion keine hundertprozentige Sicherheit gebe. "Die Firmen sagen uns immer, es kann nicht sein, dass etwas bei der Herstellung in die Produkte gelangt. Aber trotz gut überwachter Produktionsketten passiert es eben doch immer wieder", so der Vorsitzende Richter in Hamm.

Haribo zweifelte die Ausführungen des Gerichts und des Gutachters bis zuletzt an. Der Anwalt des Unternehmens betonte, es bestünden immer noch Zweifel daran, ob das Fruchtgummi wirklich von Haribo sei.