Putin will Wodka-Preise deckeln

Wodka ist Nationalgetränk in Russland.
Wodka ist Nationalgetränk in Russland.
© picture alliance / Robert Hardin, Frank Fell

26. Dezember 2014 - 12:51 Uhr

Extrem hoher Alkoholkonsum in Russland

Russlands Präsident Wladimir Putin hat von den Behörden eine Begrenzung des Preisanstiegs bei Wodka gefordert. Ein zu hoher Wodkapreis fördere die Schwarzbrennerei, und dieser Alkohol sei noch

riskanter für die Gesundheit als der legal hergestellte.

Russland steckt wegen der westlichen Sanktionen, des niedrigen Ölpreises und des Rubelverfalls in einer Wirtschaftskrise, die für seine Bürger viele Härten mit sich bringt. Die Begrenzung des Wodkapreises könnte daher auch den Zweck haben, die Popularität Putins in dieser Lage zu festigen.

Wodka ist eine Art Nationalgetränk der Russen, das oft exzessiv konsumiert wird. Internationale Studien haben ergeben, dass ein Viertel aller russischen Männer vor dem 55. Lebensjahr stirbt. Der Alkoholkonsum hat daran einen großen Anteil. Der staatlich regulierte Preis für einen halben Liter Wodka stieg im Laufe eine Jahres um etwa 30 Prozent auf 220 Rubel (3,34 Euro).

Russen reisen weniger ins Ausland

Zudem machen die Russen wegen der Rubelkrise deutlich weniger Urlaub im Ausland. Die Zahlen der Reisenden seien in diesem Jahr um 40 bis 50 Prozent im Vergleich zu 2013 gesunken, sagte die Direktorin der Vereinigung der Tourismusanbieter in Russland, Maja Lomidse. Betroffen ist auch Deutschland, das deutlich weniger Touristen aus Russland verbucht.

Die Gründe für den Rückgang seien das mangelnde Vertrauen in die Wirtschaft und die sinkende Kaufkraft, weil der Rubel gegenüber westlichen Währungen wie dem Euro und Dollar massiv an Wert eingebüßt habe. Lomidse nannte aber auch "außenpolitische Faktoren". Viele Russen berichten davon, dass sie sich im Westen angesichts der Sanktionen gegen ihr Land im Ukraine-Konflikt unerwünscht fühlen. Die Deutsche Botschaft in Moskau hatte auf Anfrage unlängst von einem Minus von 16 bis 20 Prozent gesprochen bei der Zahl der Visa-Anträge im Vergleich zum Vorjahr.