Putin stattet russisches Militär mit 40 neuen Interkontinentalraketen aus

Wladimir Putin rüstet das russische Militär auf.
Wladimir Putin rüstet das russische Militär auf.
© REUTERS, RIA NOVOSTI

17. Juni 2015 - 14:04 Uhr

Droht ein neues Wettrüsten?

Angesichts wachsender Spannungen mit dem Westen will Russland sein Arsenal an Interkontinentalraketen ausbauen, die mit Atomsprengköpfen bestückt werden können. Allein in diesem Jahr sollten die Streitkräfte mindestens 40 neue Raketen erhalten, sagte Kremlchef Wladimir Putin bei einer Militär-Ausstellung. Diese seien in der Lage, "selbst die technisch fortgeschrittensten Abwehrsysteme zu überwinden", meinte Putin.

Die Nato warnt vor einer wachsenden Bedrohung durch Russland in Osteuropa. Wegen des Ukraine-Konflikts sei die Sicherheitslage schwieriger geworden, sagte Nato-General Philip Breedlove bei einem Besuch in Litauen. Russland versuche, die Regeln und Grundsätze im Osten zu ändern, die jahrzehntelang das Fundament der europäischen Sicherheit gewesen seien, kritisierte er.

Beobachter befürchten ein neues Wettrüsten zwischen Ost und West. Erst am Wochenende waren US-Pläne bekanntgeworden, schwere Kriegstechnik in osteuropäischen Nato-Staaten zu stationieren. Russland warnte vor einer militärischen Konfrontation in Europa. Die Pläne seien ein Verstoß gegen die Nato-Russland-Grundakte von 1997, kritisierte das Außenministerium in Moskau. Das Abkommen verbiete eine dauerhafte Präsenz von Kriegstechnik in osteuropäischen Staaten.

Der baltische EU- und Nato-Staat Litauen verteidigte die US-Pläne. "Wir bedrohen niemanden, und wir werden niemanden angreifen", sagte Verteidigungsminister Juozas Olekas. Ziel sei es, den Schutz des Territoriums zu verstärken, sagte er.